Die Jahrgangsbeste in Demmin:

Ihren Ehrgeiz kann sie manchmal selbst nicht leiden

Die stressigen Prüfungen liegen hinter Wanda Grundmann. Und alle Anstrengungen haben sich gelohnt: Sie ist Jahrgangsbeste unter denen, die ihr Abitur am Demminer Goethegymnasium ablegten. Jetzt verschlägt es sie nach Frankreich.

Wanda Grundmann schaut entspannt in die Zukunft. Erst in ihrem Auslandsjahr will sie sich entscheiden, welchen Beruf sie ergreifen möchte.
Jana Otto Wanda Grundmann schaut entspannt in die Zukunft. Erst in ihrem Auslandsjahr will sie sich entscheiden, welchen Beruf sie ergreifen möchte.

Daran, sich ihre Tage selbst einzuteilen, hat Wanda Grundmann sich schnell gewöhnt. Vorbei sind die Zeiten, in denen die Schule den Tag strukturierte. Endlich. Zeit zum Durchatmen und Verschnaufen, aber auch zum Planen. „Ich dachte, ich hätte so viel Zeit, doch das ist gar nicht so“, sagt die 17-Jährige schmunzelnd. Denn jetzt geht das Leben ja erst so richtig los, mit dem Abitur in der Tasche. Einem, auf dem die Durchschnittsnote 1,5 steht. Damit ist Wanda Grundmann die Jahrgangsbeste 2014, die am Demminer Goethegymnasium die Schule abschloss und für ihre besonderen Leistungen sogar vom Landrat ausgezeichnet wurde.

„Alle sagen mir immer, dass ich stolz sein kann. Doch ich ärgere mich, denn ich hätte es besser machen können“, sagt sie. Nur ein Punkt fehlte ihr, dann hätte auf dem Zeugnis sogar eine 1,4 gestanden. Da ist er wieder, dieser eigene Ehrgeiz, den Wanda manchmal selbst nicht leiden kann.

"Mir fällt kein Fach ein, dass ich überhaupt nicht mochte"

Ob sie schon immer eine gute Schülerin war? „Ich glaube schon“, sagt sie nach kurzem Überlegen und fügt schnell hinzu, dass sie jedenfalls immer gerne gelernt hat. „Ich bin wohl einfach der Typ dazu. Mir fällt kein Fach ein, dass ich überhaupt nicht mochte.“ Mathe und Deutsch waren ihr genauso lieb wie Chemie und Physik, ihre beiden Hauptfächer beim Abi. „Zusammenhänge zu begreifen und Sachen dann herleiten zu können, ist doch toll“, strahlt die 17-Jährige.

Doch mit dem Lernen ist jetzt erst einmal Schluss, naja, zumindest mit dem in der Schule. Wanda Grundmann gönnt sich eine Auszeit, bevor der Ernst des Lebens dann richtig losgeht. Sie verabschiedet sich Ende August nach Frankreich, wird in Paris ein Au-pair-Jahr bei einer Familie bleiben. Die hat sie sich selbst ausgesucht, weil Organisationen sie ablehnten, da sie noch nicht volljährig ist. „Ich bin so froh, dass ich eine nette Familie gefunden habe, das nimmt mir die Aufregung, sodass ich mich einfach nur freuen kann“, sagt sie. Und darauf, ihr Französisch zu verbessern. Am liebsten würde Wanda Grundmann gleich fünf Sprachen auf einmal lernen, damit sie sich überall in der Welt verständigen kann. Mit Französisch wird das wohl künftig kein Problem mehr sein. Und danach?

Wanda Grundmann möchte dieses eine Jahr nutzen, um sich über ihren beruflichen Weg klar zu werden. „Ich bin noch unsicher und will meine Entscheidung später nicht bereuen. Deshalb lasse ich mir noch Zeit.“ Es gibt so vieles, was sie interessiert. Medizin, Kunst, Musik, Architektur. „Und dann gibt es ja noch so viele Berufe, die ich noch gar nicht entdeckt habe.“

Das neue iPad Pro mit Nordkurier digital: Hier geht's zum Angebot!