Große Pläne in Demmin:

Im Haushalt 2015 klafft ein Millionenloch

Straßenlicht, Hundesteuer, neue Möbel für die Schule: Alles, was in den öffentlichen Finanzen der Hansestadt steht und fällt, hat eine Zahl – im jährlichen Haushaltsplan. Der für 2015 liegt nun im Entwurf vor. Wieder mit Millionenminus. Für die Super-Halle reicht es trotzdem. Wie das?

Die Friesenhalle steht vor einer millionenschweren Verwandlung: Durch moderne Anbauten soll jetzt ein multifunktional nutzbarer, wettkampffähiger Schul- und Sportcampus draus werden.
Thoralf Plath Die Friesenhalle steht vor einer millionenschweren Verwandlung: Durch moderne Anbauten soll jetzt ein multifunktional nutzbarer, wettkampffähiger Schul- und Sportcampus draus werden.

Die gute Nachricht zuerst: Im Jubiläumsjahr 2015 – Demmin feiert seinen 875. Geburtstag – legt die Hansestadt tatsächlich den Grundstein für die Zweifelder-Sporthalle. Über kein Großprojekt ist so debattiert worden wie über den Bau einer modernen, multifunktional nutzbaren Wettkampf- und Veranstaltungsarena. Nun kommt sie – als Anbau an die betagte Friesenhalle.

Schwerin fördert fast mit Höchstsatz, wie man hört. Schriftlich hat die Stadt das noch nicht, aber zugesagt sind die Zuschüsse. Nur darum kann die Kommune sich diese Millionen-Investition auch leisten und als größtes Einzelprojekt in die Investitionsliste des neuen Haushaltsplans einstellen: 785 000 Euro Eigenanteil hat die Kommune zu schultern. Kein Kleingeld.

„Einsparpotenzial ist kaum noch ersichtlich“

Vor allem, wenn satte 2,8 Millionen Euro zwischen Soll und Haben klaffen – und dieses Loch im Pott kann die Kommune aus eigener Kraft offenbar nicht mehr stopfen. „Einsparpotenzial ist kaum noch ersichtlich“, sagt Stadtkämmerer Ronny Szabo. „Unsere finanziellen Planungen haben wir in den letzten Jahren schon immer am Limit gefahren. Kürzen könnte man noch an den Ausgaben für freiwillige Leistungen, Vereinsförderung und so weiter. Aber es ist gemeinsamer politischer Wille, nun nicht auch noch die Axt an der Lebensqualität in unserer Stadt anzusetzen.“

Unterm Strich kann Stadtkämmerer Szabo im kommenden Jahr mit rund zehn Millionen Euro an Einnahmen rechnen. Und davon gleich mal satte 4,3 Millionen wieder abziehen: Soviel hat die Stadt nämlich an den Landkreis zu blechen - die umstrittene Kreisumlage. Trotz aller Engpässe – Geld zum Investieren bleibt auch 2015. Laut Etat rund 1,4 Millionen Euro. Geplant sind neben der Super-Halle  ein Bootssteg an der Peene im Devener Holz, neues Straßenlicht in der Fritz-Reuter-Straße und der Neubau der Bürgersteige in der Treptower.

Kritischer sieht der Etat 2015 bei den laufenden Ein- und Auszahlungen für die Verwaltungsarbeit aus. Da fehlen nach jetzigem Stand glatt zwei Millionen Euro. Wirklich Sorgen müssen sich die Demminer derzeit trotzdem kaum machen. Die Hansestadt zählt im Land zu den am niedrigsten verschuldeten Kommunen. Jeder Einwohner steht für seine Stadt zum Jahresende 2015  theoretisch mit 136 Euro in der Kreide.