Transparent gegen Asylbewerber:

Ist dieses Dorf fremdenfeindlich?

Sollen Asylbewerber auch auf den Dörfern Wohnungen beziehen? In Nossendorf bei Demmin wurde das diskutiert, aber einigen Einwohner wohl nicht genug. Ein Transparent schoß jetzt aber wohl etwas über das Ziel hinaus.

Dieses Spruchband wurde von Nossendorfern unmittelbar neben den Wohnblocks angebracht, in die möglicherweise bald Asylbewerber einziehen sollen.
Gudrun Herzberg Dieses Spruchband wurde von Nossendorfern unmittelbar neben den Wohnblocks angebracht, in die möglicherweise bald Asylbewerber einziehen sollen.

"Wir wollen bei der Diskussion um Asylbewerber in unserem Dorf mit einbezogen werden. Wir leben in einer Demokratie, eine Bürgerversammlung muss gemacht werden", sagt Remo Grüschow. Er hat ein Transparent neben den Wohnblöcken direkt an der Straße angebracht. Darauf steht: "Keine Asylanten in Nossendorf." Mit einigen anderen Einwohnern habe er das Plakat angebracht.

Fremdenfeindlich sei das nicht gemeint gewesen, rechtfertigt Grüschow sich. Auch sei ihm nicht bewusst gewesen, dass das Wort "Asylanten" negativ besetzt zumeist von Rechtsextremen gebraucht wird. Er habe mit dem Transparent auf die Sorgen der Einwohner aufmerksam machen wollen. Es müsse darüber diskutiert werden. "Das geht nicht gut mit Asylbewerbern in den Wohnblöcken. Es gibt jetzt schon Spannungen", meint er. Eine junge Frau schaut auf das Spruchband. Auch sie habe Bedenken, hätte sich aber niemals getraut, so ein Transparent aufzuhängen, sagt sie. "Das geht nicht gut mit Asylbewerbern", meint aber auch sie. Andere gehen vorbei und schütteln mit dem Kopf. Sagen wollen sie zu diesem Thema aber nichts, jedenfalls nicht in der Öffentlichkeit.

Bürgermeister Fred Schult (parteilos) ist entsetzt über diese Aktion. "Ich habe mit dem Mann gesprochen, dass er das Plakat abnehmen möchte. Am Donnerstagabend gegen 21 Uhr war das Plakat dann auch weg", so Fred Schult am Freitag. Er sieht das Thema damit aber noch längst nicht vom Tisch. "Wir werden in der nächsten Gemeindevertretersitzung noch einmal über das Thema beraten."

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Kommentare (1)

Bedenken weg? So einfach ist es aber nicht Herr Schult. Wenn die Leute sich Sorgen machen,ist es nur gerechtfertigt solche Plakate zu machen. Egal ob gegen Windräder, Autobahnbau oder Asylanten. Ändern wird sich dadurch nichts, denn was "oben" beschlossen wird, wird auch durchgesetzt. Zum Autor: Mir ist auch nicht bewusst das "Asylbewerber" negativ besetzt ist. Wie heißen die Menschen jetzt die hier Asyl beantragen?