Sozialer Arbeitsmarkt:

Ist Ökotech noch zu retten?

Die Zukunft der Demminer Beschäftigungsgesellschaft, in besten Zeiten fast tausend Mitarbeiter stark, sie ist fraglicher denn je. Inzwischen geht es dem Unternehmen offenbar wieder besser. Doch Entwarnung geht anders.

Angezählt: Ist Ökotech am Ende oder erholt sich Demmins Beschäftigungsgesellschaft von ihrem Einbruch? Geschäftsführer Werner Sack ist vorsichtig optimistisch. „In diesem Jahr schaffen wir die schwarze Null.“
Thoralf Plath Angezählt: Ist Ökotech am Ende oder erholt sich Demmins Beschäftigungsgesellschaft von ihrem Einbruch? Geschäftsführer Werner Sack ist vorsichtig optimistisch. „In diesem Jahr schaffen wir die schwarze Null.“

Die Zahlen würden nicht berauschend sein, soviel war längst klar. Wie tief freilich Ökotech in den Keller gerutscht ist, das überraschte denn doch. Verluste von 41 830 Euro weist der Jahresabschlussbericht 2013 aus, vorgestellt am Mittwochabend im Hauptausschuss des Stadtparlaments. Nach Monaten des Wartens. Die Wirtschaftsprüfer hatten offenbar ein hartes Stück Arbeit mit der angeschlagenen Demminer Beschäftigungsgesellschaft gehabt.

Jetzt ist also endlich nachlesbar, was auch Geschäftsführer Werner Sack schon lange nicht mehr verheimlicht: Ökotech hat so arg Federn lassen müssen. Der abrupte Einbruch im vorigen Frühjahr, als die Arbeitsagentur ihre Zuschüsse ohne Vorwarnung um fast die Hälfte kürzte, er hat das hansestädtische Ein-Euro-Jobber-Unternehmen taumeln lassen. 

Die Stadt soll zuzahlen

In der Gesamteinschätzung klingt das deutlich durch: Die Liquiditätslage des Unternehmens ist „angespannt“, zur Vermeidung künftiger Engpässe seien Zuschüsse seitens der Gesellschafter erforderlich. Nur für diesen Fall stellen die Wirtschaftsprüfer Ökotech den Bestätigungsvermerk aus – ein Gütesiegel unter Vorbehalt sozusagen.

Harter Toback. Kritische Fragen hatte im Hauptausschuss trotzdem nur Eckhardt Tabbert, Fraktionschef der Unabhängigen Wählergemeinschaft. Auf die Frage nach der aktuellen Lage bemühte sich Geschäftsführer Sack, wenigstens ein bisschen Optimismus zu verbreiten: „Unterm Strich sieht es wieder besser aus. Die schwarze Null werden wir in diesem Jahr auf jeden Fall erreichen.“ Die weiße Fahne will Ökotech also noch nicht hochziehen.

Die Zukunft seiner Firma hat Werner Sack damit möglicherweise noch nicht gerettet. Es kracht im Gebälk: Ein Teil der Aufsichtsratsmitglieder soll hinter den Kulissen bereits mit Rücktritt gedroht haben. Man fühlte sich schlecht informiert.

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