Geboren in Demmin:

Jerom trödelt! Dafür zählt er schon für 2014

Seit Jahren prognostizieren die Demografen einen erheblichen Rückgang der Geburtenzahlen. In der Demminer Klinik ist man jedoch optimistisch. Die 500 Geburten im Jahr sollen angeblich ein Wunder sein. Dann kann man dort wohl wahre Wunder vollbringen.

Jerom schläft in den Armen von Mama Kathrin Mussbach und Papa Marcus Seemann. Der Kleine ist eines der ersten Baby des Jahres in der Demminer Klinik.
Gudrun Herzberg Jerom schläft in den Armen von Mama Kathrin Mussbach und Papa Marcus Seemann. Der Kleine ist eines der ersten Baby des Jahres in der Demminer Klinik.

 Jerom Damien liegt im Arm seiner Mutter. Er schläft, bekommt von dem Trubel um ihn herum nichts mit. Der Kleine aus Malchin ist am 2. Januar geboren. Er hatte sich etwas Zeit gelassen, wollte das neue Jahr begrüßen. Kathrin Mussbach und Marcus Seemann sind stolz auf ihren Sohn, zwei Geschwister warten schon sehnsüchtig auf den Kleinen. „Er reiht sich schon in die kommende Statistik für dieses Jahr ein“, sagt Dr. Uta Teichmann, Chefärztin der gynäkologischen Abteilung des Demminer Kreiskrankenhauses. Sie ist zufrieden mit den Entbindungen in der Klinik.

Immerhin gab es im vergangenen Jahr 538 Geburten, davon zweimal Zwillinge. Alle Hebammen, Schwestern und Ärzte arbeiten sehr engagiert zusammen. „Demografen haben allerdings einen erheblichen Rückgang der Geburtenzahlen prognostiziert. Denn in unserer Region wohnen heute 62 Prozent weniger Frauen im gebärfähigen Alter als noch vor 20 Jahren“, meint die Chefärztin. Die Voraussetzungen seien also nicht die Besten.

Eine zu erwartende Geburtenzahl von 500 pro Jahr wäre für die Demoskopen schon ein kleines Wunder. Aber dieses Wunder wird im Demminer Kreiskrankenhaus vollbracht. Natürlich gehen auch hier die Geburtenzahlen zurück, denn vor einigen Jahren waren es noch über 600 Geburten im Jahr. „Wir sind zufrieden. Und immer mehr Frauen kommen auch aus den entlegenen Regionen wie Gnoien, Teterow, Malchin, Grimmen, Neubrandenburg zur Entbindung. Und junge Frauen, die nach Hamburg oder gar Bayern gegangen sind, bekommen ihr Kind in der alten Heimat“, sagt Uta Teichmann.

„Das sind die schönsten Momente“

Das Krankenhaus biete eine familiäre Atmosphäre. Im Kreißsaal gibt es eine sogenannte 1:1-Betreuung. Das bedeutet, dass jede Frau, die ein Baby bekommt, eine Hebamme an ihrer Seite hat, die sie betreut. Das sei dem hohen Einsatz der Hebammen zu verdanken. In den meisten Kliniken betreue eine Hebamme mehrere Frauen gleichzeitig und kann sich erst unmittelbar zur Geburt intensiver um eine Frau kümmern.

Seit 2013 kommt im Kreißsaal ein unkompliziertes Mittel zur Schmerzlinderung bei der Geburt zum Einsatz. Ein Gemisch aus Distickstoffmonoxid, besser bekannt als „Lachgas“,, und Sauerstoff in einem fixen Verhältnis von 50 zu 50 wird von der Patientin über eine Maske eingeatmet und nimmt den Wehen die Schmerzspitze.

„Die Methode ist sehr beliebt, um Schmerzen zu lindern“, so die Chefärztin. Zufrieden sei man, wenn nach aller Anstrengung die Familie glücklich das Kind im Arm hält. „Das sind die schönsten Momente“. Doch schon im nächsten Augenblick klingelt es an der Kreißsaaltür, ein junges Paar in freudiger Erwartung betritt die Räume: Alles auf Anfang.

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