500 Spiele - das schaffen nur Wenige:

Jubiläum auf dem Fußball-Feld

500 Spiele für Traktor, 328 Tore – Steffen Siegler blieb Sarow immer treu, obwohl er das Zeug hatte, ein großer Fußballer zu werden. Aber das wollte er nie. Er stürmte lieber für seinen Heimatverein. Doch ganz ist seine Karriere noch nicht vorbei.

Steffen Siegler (vorn links) stand für Traktor Sarow 500 Mal auf dem Platz. Seine Mannschaftskameraden gratulierten zum Jubiläum.
Frank-Peter Dwars Steffen Siegler (vorn links) stand für Traktor Sarow 500 Mal auf dem Platz. Seine Mannschaftskameraden gratulierten zum Jubiläum.

In Rosenow wird er am nächsten Wochenende vermutlich wieder auf dem Platz stehen. Dabei wollte Steffen Siegler nach seinem 500. Spiel für Traktor Sarow aufhören. „Aber das wird nach hinten verschoben“, sagt der 36-Jährige. „Es ist Not am Mann.“

 Als kleiner Junge wollte er erst gar nichts vom Kicken wissen. Erst bei der Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko sprang der Funke über. „Ich musste mit meinem Vater und Onkel WM gucken.“ Da war er neun. Schließlich meldete er sich in der AG Fußball in der Schule an, später im Verein. Bei Hans Gerd Teske hat er das Fußball-Abc gelernt. Angefangen hat Siegler als Torwart, spielte dann im Sturm. Man holte ihn sogar in die Kreisauswahl.

Der Verein hat getrickst

Als die Wende kam und er in der 8. Klasse ins Demminer Gymnasium kam, wechselte er kurz zum Demminer SV. Aber die Belastung wurde zu groß, zweimal Training in der Woche und Schule. So wechselte er Ende 1992 zurück zu Traktor in die A-Jugend.

Irgendwann durfte er bei den Männern mitspielen. Der Verein hat getrickst, denn er war erst 15.

Steffen Siegler kann sich noch an sein erstes Spiel erinnern, das war gegen Plötz am 24. August 1993. Gegen Loitz hat er in seiner zweiten Partie sein erstes Tor für Sarow geschossen.

Alle Angebote abgelehnt

Das Stürmer-Talent blieb anderen Vereinen nicht verborgen. Etliche Nachfragen gab es. Doch Siegler lehnte immer ab. Er ist mit Sarow in die Kreisliga aufgestiegen, dann in die Bezirksklasse. Heute spielt Traktor nach der Veränderung der Ligen in der Kreisoberliga.

Seit 2005 lebt Siegler in Demmin, arbeitet als Netzwerk-Administrator in einem Autohaus in Malchin. An jeden Augenblick, jedes Tor kann sich der 36-Jährige erinnern. Er führt Statistik von Anfang an. Auch wenn Siegler weitestgehend von schlimmen Verletzungen verschont blieb, ist er heute angeschlagen. Ein Sprunggelenk ist kaputt, 2007 stellte man eine angehende Arthrose fest. „Seitdem spiele ich nur unter Schmerzen“, sagt er. Aber Fußballer sind hart im Nehmen. 328 Tore hat Siegler in seinen 500 Spielen für Traktor Sarow erzielt.