Klinik in der Kritik:

Junge Mutter erhebt Vorwürfe gegen Demminer Krankenhaus

Eine junge Mutter hat das Vertrauen in die Demminer Klinik verloren. Wurde ihr kleiner Sohn dort nicht sorgfältig gepflegt? Ein Gespräch zwischen Mutter und Klinik soll jetzt Klarheit bringen und mögliche Missverständnisse aus dem Weg räumen.

Eine junge Mutter aus Demmin übt Kritik bei der Behandlung ihres kleinen Sohnes auf der Kinderstation des Demminer Kreiskrankenhauses.
Georg Wagner Eine junge Mutter aus Demmin übt Kritik bei der Behandlung ihres kleinen Sohnes auf der Kinderstation des Demminer Kreiskrankenhauses.

Maria Schöne ist enttäuscht vom Demminer Kreiskrankenhaus. Ihr neun Monate alter Sohn lag hier auf der Kinderstation, erhielt wegen einem Magen-Darm-Infekt eine Infusion. „Als ich zu meinem Kind kam, hatte der Kleine zweimal den Infusionsschlauch um den Hals. Ich war erschrocken“, erzählt die junge Mutter. Die Schwester sei zur gleichen Zeit im Zimmer gewesen, habe den Schlauch entfernt und sei ohne Erklärung aus dem Zimmer gegangen.

Das hat Maria Schöne schockiert. Sie wollte mit dem Kleinen sofort die Klinik wechseln. Die Entlassungspapiere wurden erstellt, ebenfalls nach Aussage von Maria Schöne ohne ein Wort der Erklärung oder Entschuldigung. „Da fehlt mir die Menschlichkeit. Warum gibt es kein klärendes Gespräch?“, fragt sich die junge Mutter, die ihren Sohn noch am gleichen Tag in die Neubrandenburger Klinik brachte. Jetzt ist der Kleine wieder zu Hause, isst und trinkt wieder gut, muss seinen Schnupfen noch auskurieren.

Enttäuschung auf beiden Seiten

Enttäuscht ist aber nicht nur die junge Mutter, enttäuscht sind auch die Mitarbeiter im Demminer Krankenhaus. „Es hat kein Streitgespräch zwischen Frau Schöne und unseren Schwestern gegeben. Alles lief zur Entlassung harmonisch ab“, erklärt der leitende Kinderarzt, Dr. Ralph Richter. Dass der Schlauch sich um den Hals gewickelt habe, sei eine unschön, aber dem Kind sei nichts passiert und es wäre auch nichts passiert. „Die Schläuche sind weich, und ein Kleinkind liegt nicht still, da kann so etwas passieren. Aber der Junge lag im Intensivzimmer, von dort schauen Schwestern ständig auf die Kinder“, so der Kinderarzt.

Laut Gesetz sei es verboten, die Schläuche an den Händchen der Kinder zu fixieren, aber der Junge sei nicht in Gefahr gewesen. „Trotzdem werden wir jetzt noch intensiver kontrollieren, damit so etwas nicht wieder passiert“, so Dr. Richter. „Wir werden jetzt das Gespräch mit Frau Schöne suchen und sie zu uns einladen“, sagt Kai Firneisen, Geschäftsführer der Demminer Klinik. Der Gesprächstermin steht für nächste Woche bereits fest.

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Kommentare (6)

Die Schwester war da, sie hat den Infusionsschlauch dem Kind vom Hals genommen - ABER sie sprach kein Wort! Na, Hallo, geht's noch? Die Klinik machte den Job ohne Kommentare, ok. Ich akzeptiere die Ängste der Mutter. Aber ob Ausflippen nun die richtige Reaktion ist? Ist es denn heutzutage einfach nicht mehr möglich zu sagen: Holla, ich hab da mal ein Problem? Was nutzt ein aufgemachtes Fass? Ich mein, die Klinik ist doch nicht potenziell auf die Vernichtung von Kindern ausgerichtet! Ich kann eine ganze Menge vertragen, aber bei diesem Problem hier versagen meine Bremsen! Und Menschlichkeit: Dies ist immer ein zweiseitig Ding! Ich wünsche der jungen Mutti von ganzem Herzen, dass sie lernt, die Dinge anzusprechen statt durch einen hektischen Wechsel scheinbaren Problemen auszuweichen. Wir leben alle auf dieser einen Welt und hier müssen wir es GEMEINSAM aushalten.

Krankenschwestern sind ausführendes Personal, mehr nicht. Sie haben keine Kompetenzen, ärztlich verordnete Massnahmen zu erklären bzw. zu kommentieren. Falls ein Angehöriger eines Patienten sich über ärztliche Massnahmen im Klinikaufenthalt informieren möchte, muss der Angehörige einen Arzt und nicht den Nordkurier zu Rate ziehen.

Moin, also, wenn das herumlegen des Infusionsschlauches, um den Hals des Kindes, eine ärztlich verordnete Maßnahme war, dann läuft im Roten Krankenhaus etwas verkehrt. Ich werde es ab jetzt meiden. Da es sich nun um einen unglücklichen Umstand handelte, wäre, auch ohne Kompetenz, eine beruhigende Erklärung möglich gewesen. Dazu gehört meines Erachtens auch, Intelligenz. Ich möchte nichts unterstellen, aber der Artikel liest sich aus meiner Sicht etwas anders.MfGJG

Wo steht, dass das Legen eines Infusionsschlauches um den Hals eine ärztliche Massnahme ist? Mit ärztlichen Massnahmen ist in diesem Fall gemeint, dass Infusionsschläuche beim Baby am Hals keine Erstickungsgefahr bedeuten. Noch einmal: das Pflegepersonal hat nicht die Kompetenz solche Erklärungen zu geben, wie Sie es sich wünschen. Und in solchen Fällen kann der Intelligenzquotient noch so hoch sein, wer die fachliche Kompetenz überschreitet handelt gegen Arbeitsanweisungen. Wären diese Schläuche eine Gefahr für das Baby wären sie nicht mehr eingesetzt.

Eine junge Mutter erhält keine Antwort auf eine nicht gestellte Frage. Was für ein Skandal. Ich habe heute früh keine Brötchen bekommen, weil ich dem Bäcker nicht gesagt habe, dass ich welche haben möchte. Ab sofort werde ich diesen Bäcker meiden.

Ich war mit meinem 5 jährigen Sohn 6 Tage auf der Kinderstation des Demminer Krankenhauses wegen einer schweren Magen-Darm-Erkrankung. Ich habe mich als Belgeitperson mit aufnehmen lassen, war also rund um die Uhr bei meinem kranken Kind. Wir wurden dort sehr gut betreut. Für mich ist es nicht nachvollziehbar, dass Eltern ihre sehr jungen Kinder allein im Krankenhaus lassen. Die Schwestern haben viel zu tun und können sich nicht rund um die Uhr um nur ein Kind kümmern. Außerdem sind sie fremd für die Kinder. Ein kleines Kind braucht Mutter oder Vater um sich, besonders wenn es krank ist und sich noch dazu an einem fremden Ort aufhalten muss. Es kann keine Gründe geben, die die Abwesenheit der Eltern rechtfertigen, insbesondere bei Babys. Wäre die Mutter bei ihrem Baby gewesen, hätte sie das Umwickeln des Schlauches sofort gemerkt und einschreiten können, statt sich zu beschweren.