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Käfer-Opi krabbelt durch den TÜV

Er sieht aus wie frisch aus dem Werk gekrabbelt, der alte Käfer von Burkhardt Steffen. Aber ob das der TÜV auch so sieht?

Baujahr 1968, aber noch top in Schuss.
Thoralf Plath Baujahr 1968, aber noch top in Schuss.

„Das war die Exportversion. Stahlschiebedach. Ganz was seltenes, da gibt‘s wirklich nicht mehr viele von.“ Burkhard Steffen ist eher nicht der Typ für große Worte, doch kommt die Rede auf seinen VW Käfer, da gerät der Loitzer ins Schwärmen. Doch jetzt nützt das alles gar nichts. Jetzt muss der kleine Käfer durch den TÜV.

„Viele Leute denken, die alten Kisten, das läuft irgendwie so, weil man die Oldtimer ja nicht mit modernen Autos vergleichen kann“, sagt Steffen. „Aber wer auf die Straße will, muss alle zwei Jahre zum TÜV, wie alle anderen. Und das geht streng zu, ich hab das ein paar Mal durch.“ Auch die orginal Käfer-Blumenvase am Armaturenbrett wird den TÜV-Mann kaum beeindrucken.

Wie ein Neuwagen

Der heißt Hans-Ulrich Peters, ein freundlicher Herr, bis er sich den blauen Kittel mit dem TÜV-Logo übergestreift und seine Koffer mit den Mess-Gerätschaften in die Werkstatt gewuchtet hat. Plötzlich ist da diese Strenge. Dieser Richterblick.

„Allgemeiner Zustand eins a“, lobt er dann aber. Dann setzt er die Lupe an: Bremsen? Bremsen wie sie sollen. Licht ist auch top. Reifenprofil? Vorn links wiegt der Prüfer den Kopf, runzelt die Stirn, zückt die Taschenlampe. Der Loitzer steckt seinen Kopf dazwischen: „Wieso? Was soll da sein?“ Aber alles bleibt in der Norm. „Zustand wie ein Neuwagen“, sagt Peters anerkennend, als die Bühne runterfährt. Burkhardt Steffen und sein Käfer – bis dass der TÜV sie scheidet? Das kann noch dauern.