Trinkwasser in Hohenbollentin:

Kein lästiges Abkochen mehr

Nach gut einem Monat hebt das Gesundheitsamt des Landkreises das Abkochgebot des Trinkwassers in Lindenberg und Umgebung auf. Eigentlich war diese Vorsichtsmaßnahme unnötig, meint zumindest GKU-Geschäftsführer Frank Strobel.

Klaus Ehlert (links), Demminer Betriebsstellenleiter der GKU, und deren Geschäftsführer Frank Strobel sind froh, dass das Abkochgebot in Lindenberg und Umgebung aufgehoben wurde.
Jana Otto Klaus Ehlert (links), Demminer Betriebsstellenleiter der GKU, und deren Geschäftsführer Frank Strobel sind froh, dass das Abkochgebot in Lindenberg und Umgebung aufgehoben wurde.

Das ist doch mal was: Das Gesundheitsamt des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte hat das Abkochgebot für das Trinkwasser aus dem Wasserwerk in Lindenberg aufgehoben. Vor genau einem Monat, am 9. Oktober, hatten alle Kunden der Gesellschaft für kommunale Umweltdienste (GKU) eine entsprechende Information in ihrem Briefkasten und mussten seitdem ihr Trinkwasser abkochen. „Die letzten Proben waren ohne Befund, allerdings wird die Chlorung noch weiter laufen“, informierte Frank Strobel, Geschäftsführer der GKU, nach einem entsprechenden Gespräch mit Vertretern des Gesundheitsamtes. Zu diesem hatte er das Amt eingeladen, da offensichtlich Klärungsbedarf bestand. Denn so ganz nachvollziehen konnte Strobel die Anordnung, dass das Trinkwasser überhaupt abgekocht werden musste, nicht. Gerechtfertigt sei so eine Maßnahme laut Gesetz nämlich nur, wenn es Anzeichen für eine fäkale Verunreinigung gibt und das Gebot dürfe nur so lange aufrecht erhalten werden, bis die Gegenmaßnahmen greifen. „Wir hatten aber nie eine fäkale Verunreinigung“, sagt Frank Strobel.

Doch die Hohenbollentiner wird das wohl nicht zufriedenstellen. Sie hoffen auf eine neue Leitung, doch die wird es nicht geben, so Strobel. „Dafür gibt es keinen Grund.“ Nachdem in dem kleinen Dorf seit August in einigen Haushalten immer wieder braunes statt klares Trinkwasser aus der Leitung kam, sahen einige Bürger die Ursache dafür in der alten Gussleitung, die ihr Trinkwasser transportiert. Tatsächlich wurde diese in den 1970er-Jahren gebaut. „Doch eine Gussleitung hat eine Nutzungsdauer von 80 bis 100 Jahren“, erläutert Strobel und verweist auf die Statistik. Ein Indikator dafür, dass Leitungen ihre Lebensdauer erreicht hätten, seien vermehrte Havarien, die auftreten würden und einen Austausch durchaus rechtfertigen könnten. In Hohenbollentin sei das jedoch nicht der Fall. „Über jeden Rohrbruch wird genauestens Buch geführt. Und seit 2006 hatten wir davon in Hohenbollentin gerade einmal fünf“, so Strobel.

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