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Klinik verweigert Gewerkschaft Zutritt

Die Geschäftsführung des Demminer Krankenhauses erteilte Verdi eine Abfuhr. Dafür gibt es ein alternatives Angebot, um mit den Beschäftigten sprechen zu können.

Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten des Demminer Krankenhauses laufen noch. Am Montag sind Verdi-Mitarbeiter vor Ort, dürfen aber nur in die Kantine.
Georg Wagner Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten des Demminer Krankenhauses laufen noch. Am Montag sind Verdi-Mitarbeiter vor Ort, dürfen aber nur in die Kantine.

Wann genau die Gewerkschaft Verdi ihre Mitglieder am Kreiskrankenhaus Demmin zum Warnstreik aufrufen wird, ist derzeit nicht bekannt. Allzu lange warten aber wird sie damit wohl nicht mehr, nachdem die letzte Tarifrunde für die nichtärztlich Beschäftigten von der Gewerkschaft abgebrochen wurde.

Am Montag will die Verdi-Landesbezirksleiterin Susanne Schöttke den Beschäftigten in der Pflege einen Besuch abstatten. Nach einer formalen Ankündigung durch Verdi kam aber prompt das Zutrittsverbot für wesentliche Bereiche des Kreiskrankenhauses von der Geschäftsführung. „Für die Bereiche der Stationen sowie aller Therapiebereiche im Krankenhaus Demmin zum Zweck der Mobilisierung und Mitgliedergewinnung erteilt die Geschäftsführung ein Zutrittverbot“, heißt es dazu in einem Schreiben an Verdi von der Geschäftsführung der Klinik. Begründet werde das damit, dass „eine gewerkschaftliche Ansprache der Beschäftigten unmittelbar in Person und mündlich während der Arbeitszeit für die gewerkschaftliche Betätigung in unserem Unternehmen nicht essenziell und erforderlich“ sei. Damit stelle sich die Geschäftsführung klar gegen das Grundgesetz, sagte Martina Hartung, Verdi-Gewerkschaftssekretärin.

Unter Protest werde man sich der Anweisung fügen und das alternative Angebot der Geschäftsführung annehmen, den Kantinenraum für Gespräche mit Beschäftigten zu nutzen, um sich gewerkschaftlich zu organisieren. „Das bedeutet: In der Zeit von 12.30 Uhr bis 14 Uhr wird Verdi mit der Landesbezirksleiterin Susanne Schöttke in der Kantine des Krankenhauses sein“, sagte Martina Hartung. „Dieses Zutrittsverbot stellt einen Angriff auf unsere Gewerkschaftsrechte dar“, empört sie sich. „Dass sich jede und jeder in einer Gewerkschaft organisieren kann, ist unser Grundrecht und findet nicht nur in der Mittagspause oder in der Freizeit statt.“

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