Grüne widersprechen der Verwaltung:

Kommen die Retter bei jedem zweiten Einsatz zu spät?

Funktioniert der Rettungsdienst im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte doch nicht so gut, wie es die Kreisverwaltung gerne darstellt? Das scheinen Zahlen zu belegen, die jetzt die Grünen-Kreistagsfraktion öffentlich gemacht hat.

Streitobjekt Rettungsdienst: Es zählt jede Sekunde.
Stefan Sauer Streitobjekt Rettungsdienst: Es zählt jede Sekunde.

Im Jahr 2012 sei bei 53 bis 54 Prozent der Einsätze von Rettungsfahrzeugen und Notärzten die bisher geltende Hilfsfrist überschritten worden, sagen die grünen Politiker. Die Hilfsfrist beträgt zehn Minuten ab Eingang des Notrufs bei der Leitstelle. In einem Viertel der Fälle hätten die Einsätze sogar länger als 15 Minuten gedauert, so die Grünen mit Berufung auf die Kreisverwaltung.

Die sprach hingegen bisher gern davon, dass der Rettungsdienst im Großen und Ganzen gut funktioniere. Dabei bleibt sie auch. "Es kommt auf die Betrachtung an", erklärte Ordnungsamtsleiter Peter Handsche auf Nachfrage. Statistisch betrachtet werde die Frist eingehalten, weil Einsätze teils auch nur wenige Minuten betragen. In den Einzelfällen aber könne die Frist auch überschritten werden, wobei dann auch eine Überschreitung von wenigen Sekunden darunter fällt. "Die Frage ist aber, ob deshalb etwas nicht in Ordnung war." Sprich, ob Hilfe zu spät für Betroffene kam.

Darüber machen auch die Grünen keine Aussage. Mit ihren Zahlen wollen sie vor allem einen Antrag im nächsten Kreistag untermauern, in dem es um die vom Land geplante Novellierung des Rettungsdienstgesetzes geht. Dabei soll auch auch die Berechnung der Zehn-Minuten-Frist neu geregelt werden - statt ab Eingang des Notrufs dann ab Alarmierung des Rettungsdienstes. Die Grünen plädieren hingegen für eine Verlängerung der Frist auf zwölf Minuten ab Notrufeingang, damit die Frist nicht in das Belieben der Disponenten falle.

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