Gedenken an die Reichspogromnacht:

Kränze gegen braunen Ungeist

Auf dem jüdischen Friedhof gedachte die Hansestadt Demmin der Reichspogromnacht vor 75 Jahren.

Gedenken an die Novemberprogrome: Bürgermeister Michael Koch (rechts) und der stellvertretende Präsident der Stadtvertretung, Bernhard Pollok, legten auf dem jüdischen Friedhof einen Kranz nieder.
Georg Wagner Gedenken an die Novemberprogrome: Bürgermeister Michael Koch (rechts) und der stellvertretende Präsident der Stadtvertretung, Bernhard Pollok, legten auf dem jüdischen Friedhof einen Kranz nieder.

Als vor 75 Jahren in ganz Deutschland die Synagogen brannten, blieb Demmin davor verschont. Nicht etwa, weil hier der Ungeist der Nationalsozialisten gefehlt hätte, sondern weil die auf wenige Personen zusammen geschmolzene jüdische Gemeinde ihr religiöses Zentrum schon vorher verkaufen musste. Vor Verfolgung und der Ermordung schützte das die wenigen verbliebenen jüdischen Mitbürger nicht. Heute erinnern nur noch ein Straßenname und die Stolpersteine daran, dass es auch in Demmin einmal eine jüdische Gemeinde gab. Und die alljährlichen Kranzniederlegungen der Stadt auf dem jüdischen Friedhof.

Anlässlich des Jahrestages der Reichspogromnacht gedachten am Freitag Stadtvertreter, Stadtverwaltung und die evangelische Kirche des damaligen Unrechts, als die Nazis hunderte Juden ermordeten, tausende in Konzentrationslager sperrten und damit den Auftakt zum späteren Völkermord gaben. Zugleich rief Bürgermeister Michael Koch dazu auf, sich gegen den wieder aufflackernden Ungeist und Fremdenhass zu wehren.