Ansteckungsgefahr:

Krätze-Fall beschäftigt Gesundheitsamt

Eine Demminer Schulklasse ist auf diese Hauterkrankung untersucht worden, weil sich offenbar ein Mitschüler mit den Milben infizierte. Entwarnung kann noch nicht gegeben werden.

Bläschen, Pusteln und ein Juckreiz, der die Betroffenen nachts nicht schlafen lässt. Die Symptome sind alles andere als harmlos und die Krankheit zudem leicht übertragbar. Allein die Bezeichnung weckt in vielen Menschen Schrecken: Krätze. So erging es wahrscheinlich den meisten Eltern einer Demminer Schulklasse, als sie in diesen Tagen Post vom Gesundheitsamt des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte erhielten. In der Klasse war ein entsprechender Krankheitsfall aufgetreten, die Eltern wurden darüber in dem Brief informiert und es wurde eine Untersuchung aller Schüler dieser Klasse angekündigt.

Krätze in der Uckermark

„Die Hauterscheinungen können sehr unterschiedlich sein, so dass das Erkennen dieser Krankheit nicht immer einfach ist“, erläutert Amtsärztin Dr. Marion Piek auf Nachfrage unserer Zeitung. Typischerweise treten die Blasen oder Pusteln zwischen den Fingern, an Handgelenken, der Nabelumgebung und an den Ellenbogen auf. Gesicht und der behaarte Kopf blieben - anders als bei Läusen - meist erscheinungsfrei. Dabei ist zumindest der Übertragungsweg ein ähnlicher wie bei der unbeliebten Kopflaus: Dort, wo viele Menschen aufeinandertreffen, wie beispielsweise in Kindergärten, Schulen oder Pflegeeinrichtungen, haben die für die Erkrankung verantwortlichen Milben leichtes Spiel, sich auszubreiten.

„Die Übertragung erfolgt direkt von Mensch zu Mensch durch engen Hautkontakt. So kann die Krätze bereits durch einen Händedruck weitergegeben werden. Unter Umständen ist eine Infektion über unbelebte Gegenstände möglich, zum Beispiel durch Bettwäsche, Handtücher, Kleidung oder Plüschtiere“, informiert Dr. Marion Piek weiter. Die konkreten Infektionsquellen sind allerdings nur schwer auszumachen, auch in dem aktuellen Fall sei nicht nachvollziehbar, wo sich das Kind ansteckte.

Eine Einzelerkrankung sei laut Infektionsschutzgesetz nicht meldepflichtig, hieß es. Erst, wenn zwei oder mehr Fälle auftauchten, die in einem Zusammenhang stehen könnten, muss der untersuchende Arzt das dem Gesundheitsamt melden. Im aktuellen Fall schritt das Amt ein, um sicher zu gehen, dass nicht mehr Kinder erkrankt sind und sich die Krätze möglicherweise unkontrolliert ausbreiten kann. Die Eltern der untersuchten Schüler bekamen nach der Untersuchung den vorläufigen Bescheid, dass keine Erkrankung festzustellen ist. Wachsam werden sie jedoch bleiben, denn von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit können Wochen vergehen, weshalb eine Nachuntersuchung empfohlen wurde.

 

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