Vertrieb in Deutschland gestoppt:

Krankenkasse verweigert Krebspatient Medikament

Seine Frau ist pflegebedürftig, er selbst schwer an Krebs erkrankt. Doch nun kommt für Edward Szyleiko auch noch Ärger mit der Krankenkasse hinzu. Denn die will sein Medikament nicht mehr bezahlen.

Edward und Ingrid Szyleiko hoffen, dass die Krankenkasse doch noch nachgibt.
A.-M. Maaß Edward und Ingrid Szyleiko hoffen, dass die Krankenkasse doch noch nachgibt.

Edward Szyleiko hat in seinem Leben kein leichtes Los gezogen. Seit über 20 Jahren leidet der 66-Jährige an Krebs. 1993 wurde er deshalb zum ersten Mal operiert. Szyleiko musste damals ein Teil des Magens entfernt werden. Doch damit war der Krebs noch nicht besiegt. Im Jahr 2000 folgte eine weitere Operation am Magen.

Obwohl er jeden Tag unter den Folgen seiner Erkrankung leidet, klagt der Loitzer nicht. Er muss stark sein für seine Frau – die selbst zum Pflegefall wurde. Edward Szyleiko hat Schmerzen, die ihn nachts nicht schlafen lassen. Ein Medikament namens Ulcogant, eine Suspension, half ihm bislang darüber hinweg. Ein Schluck hilft sofort, sagt der Loitzer.

Ersatzpräparat soll helfen

Doch das Medikament, das ihm bislang durch seinen Alltag half, wird nun in Deutschland nicht mehr vertrieben. Das Medikament müsste nun über Österreich importiert werden. Dies lehnte Szyleikos Krankenkasse bislang ab. Er solle ein Ersatzpräparat nehmen, ein Granulat, so die Krankenkasse.

Dieses muss Szyleiko erst auflösen, damit sein Körper das Mittel aufnehmen kann. Mit Tee und Wasser habe er es bereits probiert. Die Wirkung sei aber nicht dieselbe, berichtet der Loitzer. Will der Rentner sein altes Medikament, das ihm über all die Jahre half, weiternehmen, müsste er es nun selbst zahlen.

Krankenkasse prüft Kostenübernahme

Szyleiko fühlt sich von seiner Krankenkasse im Stich gelassen. Gespräche zwischen ihm, seinem behandelnden Arzt im Kreiskrankenhaus Demmin und der Krankenkasse, der IKK Nord, hätten bisher keine Lösung herbeigeführt. Der Loitzer ist verzweifelt. Derzeit befindet er sich wieder im Krankenhaus, nachdem er rapide abgenommen hatte.

Die IKK bestätigt den Kontakt mit Edward Szyleiko und seinem Arzt. Derzeit fordere man eine Begründung des Arztes, warum das Ersatzpräparat für Szyleiko unverträglich sei. Diese werde benötigt, um eine mögliche Kostenübernahme zu prüfen. Zudem solle sich ein Mitarbeiter der IKK mit Krebspatient Szyleiko in Verbindung setzen.