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Kreisstraßen werden immer holpriger

Arme Seenplatte: Dem Landkreis reicht das Geld kaum für den Unterhalt seiner Straßen. Mittlerweile geht schon das Wort vom „Unterhaltungsstau“ um. Da überrascht es nicht, dass der Kreis auch das Investitionsprogramm gestreckt hat.

Da fährt niemand gerne drüber: Die Kreisstraße zwischen Drönnewitz und Beestland.
Georg Wagner Da fährt niemand gerne drüber: Die Kreisstraße zwischen Drönnewitz und Beestland.

Die Straße zwischen Drönnewitz und Beestland hat vielleicht schon bessere Tage gesehen, aber die müssen weit zurückliegen. Seit langem klaffen dort große Lücken in der Asphaltdecke, die Räder rumpeln immer wieder schmerzhaft über ausgebeultes Kopfsteinpflaster. Denn der Kreis, dem die Straße gehört, hat kaum Geld für die Sanierung.

Was hier zutrifft, lässt sich in so ziemlich allen Regionen des Großkreises finden. Das Geld reicht dem Kreis hinten und vorne nicht, nicht einmal für den Unterhalt seines rund 1000 Kilometer langen Straßennetzes in der Seenplatte. Laut Bauamt hat sich mittlerweile ein Unterhaltungsstau in Höhe von rund sechs Millionen Euro gebildet.

Prioritätenliste bis 2019 verlängert

Zum Unterhaltungsstau kommt jetzt offensichtlich noch ein Investitionsstau, Bauamtsleiterin Annette Böck-Friese muss eher Mangel verwalten als Mittel. Auf gerade einmal rund 3,5 Millionen Euro beläuft sich laut Verwaltung das Volumen der investiven Maßnahmen in diesem Jahr.

Weil der Kreis sparen muss und das Haushaltssicherungskonzept keinen Bereich verschonte, wurde mittlerweile die eigentlich für die Jahre 2012 bis 2014 beschlossene Prioritätenliste bis zum Jahr 2019 verlängert. 27 Baumaßnahmen an Straßen und Brücken mit einem geschätzten Volumen von 21,6 Millionen Euro sollen bis dahin umgesetzt werden.
Allein 19 davon stammen laut Annette Böck-Friese aus der alten Prioritätenliste. Anders ausgedrückt: Sie sollten demnach eigentlich schon fertig oder wenigstens begonnen sein.