Moorschutz:

Kreistagsfraktion kritisiert Wiedervernässungen

Mücken, nasse Keller und Verlust von Kulturflächen bemängelt die CDU, doch auf der Wasser- und Bodenverbandsseite macht man eine andere Rechnung auf.

Der Polder zwischen Randow und Rustow zählte im Bereich Demmin zu den ersten Renaturierungsflächen.
Georg Wagner Der Polder zwischen Randow und Rustow zählte im Bereich Demmin zu den ersten Renaturierungsflächen.

Die bisherige Wiedervernässungspraxis intakter landwirtschaftlicher Nutzflächen im Peenetal muss nach Ansicht der CDU-Kreistagsfraktion im Kreis Mecklenburgische Seenplatte dringend überprüft werden. Denn die „ausschließlich auf den Naturschutz ausgerichtete Strategie“ gehe einher mit einem „unglaublich hohen Verlust an landwirtschaftlichen Nutzflächen“, sei ein schwer zu rechtfertigender Eingriff in die unternehmerische Freiheit der Landwirte und habe negative Folgen für die Anwohner, von Mückenplagen über nasse Keller bis zu steigenden Beiträgen für die Wasser- und Bodenverbände, meint die Fraktion.

Doch zumindest der letztere Punkt trifft im Peenetal offenbar nicht zu. So hat der Wasser- und Bodenverband Untere Tollense/Mittlere Peene zuletzt im Jahr 2012 seine Beiträge erhöht, und das hatte laut Geschäftsführer Hans-Dieter Lindemann nichts mit den Renaturierungen zu tun. Im Gegenteil, ohne sie wären die Gebühren wohl noch stärker gestiegen. Denn Deich und Schöpfwerke waren nach seiner Auskunft verschlissen, Flächen sackten jährlich um bis zu zwei Zentimeter ab. Viele der Wiesen lagen deshalb schon erheblich unter dem mittleren Wasserstand der Peene – was wiederum ständig steigende Kosten bei der Melioration verursachte. Durch die Renaturierungen, so Lindemann, „haben wir Kosten gespart.“ Zudem seien alle Maßnahmen mit den Landwirten und Gemeinden abgesprochen worden. „Bei uns waren die Landwirte die Zugpferde, die die Entwicklung wollten.“

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung