Kritik an ungenügender Finanzplanung:

Krippenzuschlag steht im Landkreis auf der Kippe

Lässt der Landkreis die Kitas im Stich? Ein höherer Betreuungsschlüssel, von Trägern und Jugendamt gleichermaßen für nötig gehalten, ist im Kreisausschuss abgeblitzt. Jetzt bleibt nur noch eine Hoffnung: der Kreistag.

Kartoffelbrei mit Rührei, das schmeckt den Kindern in der Krippe der DRK-Kita in Demmin. Die Betreuerinnen aber haben alle Hände voll zu tun.
Georg Wagner Kartoffelbrei mit Rührei, das schmeckt den Kindern in der Krippe der DRK-Kita in Demmin. Die Betreuerinnen aber haben alle Hände voll zu tun.

Wenn sich die Krippenkinder der DRK-Kita „Kinderglück“ Kartoffelbrei mit Rührei schmecken lassen, wird es für ihre Betreuerinnen bald ruhiger. Denn nach dem Mittagessen gehen die Kleinen schlafen. „Arbeitslos“ werden die Erzieherinnen deshalb nicht. Seit die Kitas sich von Betreuungs- zu Bildungseinrichtungen wandeln, ist auf deren Mitarbeiterinnen mehr an Arbeit zugekommen. „Jedes Kind soll individuell gefördert werden“, sagt Kita-Leiterin Uta Lembke-Berkenhagen. Deshalb unterbreite man spezielle Angebote für kleinere Gruppen.

Für die Erzieherinnen bedeutet das gestiegene Anforderungen. So würden schon in der Krippe sogenannte Portfolio-Arbeiten erstellt, sprich Lernberichte für jedes einzelne Kind, nennt Uta Lembke-Berkenhagen ein Beispiel. „Es ist mehr Zeit nötig, um die Dinge aufzuarbeiten.“ Bislang stehen dabei entsprechend dem Personalschlüssel des Landkreises 1,1 sogenannte Vollzeitäquivalente je sechs Kinder zur Verfügung. Praktisch bedeutet das, dass für eine Gruppe eine volle Stelle da ist. Das reicht indes bei Weitem nicht mehr aus. Mindestens 1,59 Stellen, hat das Jugendamt errechnet, wären mittlerweile nötig.

Dem wollte der Jugendhilfeausschuss mit einem Kompromiss zwischen Wunsch und Finanzierbarkeit zumindest teilweise entgegen kommen. Das Erzieher-Kinder-Verhältnis sollte demnach bis zum Jahr 2015 auf 1,3 für je sechs Kinder steigen. Doch ob daraus tatsächlich etwas wird, das ist mittlerweile fraglich. Denn der Kreisausschuss habe sich dagegen ausgesprochen, weiß der Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, Peter Ritter (Die Linke). Nach seiner Kenntnis bemängelte das Gremium, dass seitens des Landes keine ausreichenden Mittel für die zusätzlichen Aufgaben aus dem Kindertagesförderungsgesetz bereit gestellt würden. Für den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte würden sich diese zusätzlichen Ausgaben laut Ritter im nächsten Jahr auf rund 470 000 Euro belaufen. Am Montag indes steht im Jugendhilfeausschuss die Haushaltsberatung auf der Tagesordnung.

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