Jobcenter:

„Kunden“ bleibt der alte Weg

Nur noch zwei Jobcenter soll es ab 2014 im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte geben. Das könnte Befürchtungen wecken, doch das Sozialamt beruhigt: Leistungsempfänger müssen sich nicht umstellen.

Der Hauptsitz geht wahrscheinlich nach Waren, doch für die "Kunden" des Jobcenters bleibt Demmin die Anlaufstelle.
Georg Wagner Der Hauptsitz geht wahrscheinlich nach Waren, doch für die "Kunden" des Jobcenters bleibt Demmin die Anlaufstelle.

Mit der Fusion der bisher vier Jobcenter im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte zu nur noch zwei derartigen Einrichtungen soll sich für deren Kunden nichts ändern. Das versicherte Sozialamtsleiterin Christiane David auf Anfrage des Nordkuriers. Zwar soll der Hauptsitz des neuen, auch für Demmin zuständigen Jobcenters im nördlichen Bereich nach Waren kommen, aber „als Kunde interessiert man sich wohl weniger dafür, wo der Geschäftsführer sitzt“, vermutete sie. Die Anlaufstellen für die Empfänger von Arbeitslosengeld II sollen hingegen vor Ort bleiben, also die einzelnen Geschäftsstellen in Demmin, Altentreptow, Malchin, Waren und Röbel. Insgesamt entfallen darauf rund 16 000 Leistungsempfänger.

Hintergrund für die Fusion ist das Bestreben, im Landkreis eine einheitliche Betreuungsform für Langzeitarbeitslose einzuführen. Bislang ist diese nicht gegeben. Während in Demmin, Waren und Neubrandenburg die Jobcenter gemeinsam von der Arbeitsagentur und dem Kreis getragen werden, hatte Neustrelitz noch vor der Kreisgebietsreform den Status einer Optionskommune erhalten. Dort war wie im früheren Ostvorpommern nur der damalige Kreis Mecklenburg-Strelitz zuständig. Im neuen Kreis hat sich dann der Kreistag mehrheitlich gegen dieses Modell ausgesprochen. Jetzt sollen aus den vier Einrichtungen zwei entstehen, wobei zum einen ab 2014 Demmin und Waren zum neuen Jobcenter Mecklenburgische Seenplatte Nord, zum anderen Neubrandenburg und Neustrelitz zum Jobcenter Mecklenburgische Seenplatte Süd fusionieren sollen.

Der entsprechenden gründungsbegleitenden Vereinbarung hat der Sozialausschuss zugestimmt, das Votum des Kreistags steht noch aus. Während sich für die Kunden nichts ändern wird, sollen die bisher kommunalen Mitarbeiter künftig bei der Arbeitsagentur angestellt sein. Finanziell bleibt der Landkreis aber mit 15 Prozent beteiligt, während 85 Prozent der Bund bezahlt. Auf den Kreis entfallen damit 2014 rund 2,6 Millionen Euro, das sind etwa 200 000 mehr als in diesem Jahr.