:

Kunstnacht lockt mehr als 1000 Menschen in die Stadt

VonGeorg WagnerBilder und Glühwein, Musik und Sternenvortrag - das wollten sich Menschen auch von weiter her nicht entgehen lassen.Demmin.Volker Kruse ...

Solche Handtaschen gibt es nicht im Handel. Elftklässler des Gymnasiums stellten die „Flotten Taschen“ der Sparkasse aus.  FOTO: Georg Wagner

VonGeorg Wagner

Bilder und Glühwein, Musik und Sternenvortrag - das wollten sich Menschen auch von weiter her nicht entgehen lassen.

Demmin.Volker Kruse reagierte schnell. Weil das Wetter am Sonnabend vor allem abends unterkühlt ausfiel, bot der Inhaber des Demminer Stadtcafés auf dem Gehsteig Glühwein an – innere Aufwärmung für durchgefrorene Besucher der Demminer Kunstnacht. „Aber wenigstens“, bemerkte Lars Piegholdt mit einem Schmunzeln, „schneit es nicht.“
Während Piegholdts Frau in der Buchhandlung Steffen Drechselarbeiten präsentierte, unternahm er selbst einen Rundgang über die in eine Fußgängerzone verwandelte Clara-Zetkin-Straße – mit dicker Jacke. Er war damit einer von Hunderten, die zwischen den Stationen schlenderten. Ein Zustrom, der im Lauf des Abends noch anstieg. „Wenn schon mal was ist, muss man doch auch hingehen“, sagte Matthias Deraix. „Wir können nicht immer nur meckern.“
Wie er dachten offenbar viele. Obwohl die einzelnen Veranstaltungen nicht nur auf die Strecke zwischen Geselliusplatz und Luisentor konzentriert waren, sondern vom Museum am Hanseufer über Bibliothek und katholische Kirche bis zur Astronomiestation teils weite Wege lagen, waren auch die dortigen Aktionen gut besucht. Das Konzert des Klenzer Männerchores in der Rosenkranzkirche war weitgehend voll, in der Astronomiestation mussten mangels Platz Interessierte wieder weggehen. Aber auch Ausstellungen wie „Flotte Taschen“ der elften Klasse des Gymnasiums in der Sparkasse oder „Metropolis“ der zwölften Klasse in der Volksbank fanden viel Zuspruch. Für diese hatten sich die angehenden Abiturienten unter Anleitung der Kunstlehrerin Jana Balje mit dem Verhältnis von Stadt und Land auseinander gesetzt. „Wir konnten frei entscheiden, wie wir es umsetzen“, erzählten Anne-Sophie Rocher und Anne Hein. So gab es unterschiedliche Gattungen zu sehen, Bilder ebenso wie Modelle.
Mit dem gesamten Verlauf der neunten Kunstnacht ist der Vorsitzende des veranstaltenden Kunst- und Kulturvereins, Norbert Witkowski, hochzufrieden. „Die Beiträge sind alle gut angekommen und sowohl von den Geschäften als auch von den Ausstellern her wurde die Kunstnacht gut angenommen“, sagte er gestern. Insgesamt besuchten nach seiner ersten Schätzung mehr als 1000 Gäste das kulturelle Ereignis.
Sie kamen nicht nur aus Demmin, sondern auch aus dem Umland und von weiter her wie Martin Fröschke. Ursprünglich aus Demmin stammend, lebt er heute in Hamburg und kam eigens zur Kunstnacht. „Die Straße sperren und etwas machen, das könnte man ruhig öfter tun“, fand er. „Mit Musik auf der Bühne, das würde der Jugend sicher gefallen.“

Kontakt zum Autor
g.wagner@nordkurier.de