Siedenbrünzow:

Leere Wohnungen: Was wird aus den Häusern?

Junge Leute wollen kaum noch in die Wohnblöcke von Siedenbrünzow ziehen. Ein Sachverständiger soll jetzt prüfen, welches der drei Häuser am ehesten verschwinden kann. Denn die Gemeinde will nicht warten, bis ihr die Kosten über den Kopf wachsen.

Muss in Zukunft einer der drei Blöcke in Siedenbrünzow weichen? Die Gemeinde macht sich dazu Gedanken. Denn die Hälfte der Wohnungen steht leer.
Kirsten Gehrke Muss in Zukunft einer der drei Blöcke in Siedenbrünzow weichen? Die Gemeinde macht sich dazu Gedanken. Denn die Hälfte der Wohnungen steht leer.

Viele Wohnungen stehen leer. Das gefällt auch Rosemarie Kriemann nicht. „Wir sind bloß noch drei Familien“, sagt sie etwas traurig. Sie fühlt sich wohl hier, und das seit 43 Jahren.

In den Blöcken in Siedenbrünzow leben meist nur noch ältere Leute. Die oberen Wohnungen will keiner mehr, wegen der Treppen. Rosemarie Kriemann zieht nach den Festtagen auch ins Parterre, in eine ähnliche Wohnung, wie sie jetzt eine hat, mit 58 Quadratmetern. „Wir denken mal, dass wieder welche in die Blöcke reinziehen“, hofft die Siedenbrünzowerin. Dabei weiß sie, dass die jungen Leute eher woanders hingehen. „Mir gefällt es hier, die Leute sind nett, alle sind für einen da. Wir helfen uns gegenseitig.“

Doch die Zukunft der drei Wohnblöcke an der B 110 sieht düster aus. Schon jetzt steht die Hälfte der Wohnungen leer. Die Gemeinde muss sich Gedanken machen, rechtzeitig. Abreißen? Verkaufen? Alles noch nicht heute und morgen. „Aber wir müssen in die Zukunft denken“, fordert Abgeordneter Detlef Meynert. Bisher hat die Kommune immer, wenn eine Wohnung leer gezogen wurde, diese saniert, in der Hoffnung, bald wieder einen Nachmieter zu finden. „Wir sollten uns überlegen, ob wir doch mal einen Neubau abreißen oder weiter auf Teufel komm raus sanieren wollen.“ Sanieren muss sein, findet jedenfalls Bürgermeister Wolfgang Kuhrt. „Interessenten möchten eine vernünftige Wohnung haben“, argumentiert er. Vielleicht sei es dann besser, sich auf zwei Blöcke zu konzentrieren. „Aber wenn wir uns dazu durchringen, welchen wollen wir von den dreien verschwinden lassen?“ Dabei soll nun ein Sachverständiger helfen. Denn es sei nicht gesagt, dass es automatisch der älteste sein muss. „Die Baujahre sind nicht immer aussagekräftig“, so Kuhrt. In den 1960er-Jahren wurden die Häuser gebaut, noch mit Spitzdach. Welcher vom Zustand her am schlechtesten ist, können die Abgeordneten selbst nicht einschätzen. Als zweite Option würde ein Verkauf stehen. Das aber nur im Paket alle drei, meint Angelika Pscherwankowski.

 

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