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Lohn für Friseure ist jetzt „auffrisiert“

Schneiden, föhnen, legen: Bisher war das schlecht bezahlt, jetzt soll es etwas besser werden.

Beratung gehört dazu: Silke Meinke im Gespräch mit einer Kundin.
Georg Wagner Beratung gehört dazu: Silke Meinke im Gespräch mit einer Kundin.

Sie arbeiten vor allem im Stehen, verschönern ihre Kunden, dürfen sich keine Fehler erlauben und erhalten doch kaum Geld: Friseurinnen und Friseure zählen zu den am schlechtesten bezahlten Berufsgruppen überhaupt.

Das soll sich Schritt für Schritt ändern und der erste Schritt ist bereits getan. In Innungsbetrieben des Friseurhandwerks erhalten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ab sofort einen garantierten Mindestlohn von 6,50 Euro in Ostdeutschland.

Nach Ansicht von Friseurmeisterin Ines Tietböhl, die in Demmin den Salon City-Haarmoden betreibt, war es dafür auch höchste Zeit. „Für gute Arbeit sollte man auch gutes Geld verdienen“, macht sie kein Hehl daraus, dass sie hinter der Regelung steht. Auch wenn es sie mehr kostet und sie die Preise etwas erhöhen musste. Überraschend für ihre Kunden kam das nicht. Sie habe die Preiserhöhung vorher schon angekündigt, sagt Ines Tietböhl. Nachteilig war das bisher offenbar nicht. Die Resonanz von den Kunden sei überwiegend positiv ausgefallen, stellte die Geschäftsinhaberin in den ersten Tagen fest. Auch die Kunden wissen schließlich um die prekäre Situation mancher Salonangestellten und sie wollen auf ihrem Kopf Qualitätsarbeit.

Doch so unterschiedlich wie der Mindestlohn derzeit noch ausfällt – in den alten Bundesländern liegt er aus tarifrechtlichen Gründen höher – so unterschiedlich sind auch die Demminer Salons betroffen. Nicht jeder von ihnen ist in der Innung und damit zur Zahlung verpflichtet. Ganz verweigern aber wollen sich nicht alle Nicht-Innungsmitglieder. Die Friseur- und Kosmetik GmbH Chic etwa ist derzeit noch dabei, sich zu orientieren. Eine endgültige Entscheidung sei noch nicht gefallen. Einige andere Salons wollen keine Auskunft geben. Eine Ausnahme macht da allerdings Silke Meinke, die am Markt den Salon HAARzeit betreibt. Derzeit liege sie mit ihren Lohnzahlungen etwa im Mittelfeld, nachdem sie im vergangenen Jahr die Löhne erhöht habe, sagt sie. Die gegenwärtige Mindestlohnregelung findet sie zwar nichtbesonders gut. Aber sie wäre entschieden für einen allgemein verbindlichen Mindestlohn. Denn: „Es kann doch nicht sein, dass manche Friseurinnen weniger verdienen als Leute, die nicht arbeiten gehen.“