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Lübecker Speicher schafft Baufreiheit für Toiletten

Der Lärm von Hämmern klang in den vergangenen Tagen aus dem Anbau des Lübecker Speichers in Demmin. Dort mussten Wände für die künftigen Sanitäranlagen weichen. Sie sind eines der neuen Leader-Projekte im Demminer Land.

Wenn die Mittel genehmigt sind, soll der Bau der Sanitäranlagen im Lübecker Speicher gleich starten können. Tino Wendt (links) und Günter Radloff rissen in den vergangenen Tagen zur Vorbereitung alte Wände im Inneren ein. Foto: Georg Wagner
Georg Wagner Wenn die Mittel genehmigt sind, soll der Bau der Sanitäranlagen im Lübecker Speicher gleich starten können. Tino Wendt (links) und Günter Radloff rissen in den vergangenen Tagen zur Vorbereitung alte Wände im Inneren ein. Foto: Georg Wagner

Zeit will der Lübecker Speicherverein nicht verlieren. Wenn die beantragten Mittel aus dem Förderprogramm erst genehmigt sind, dann soll der Einbau der seit Langem geplanten Toiletten möglichst sofort beginnen können. In den vergangenen Tagen schafften Günter Radloff und Tino Wendt dafür Baufreiheit. Im Inneren des Speicheranbaus rissen sie zwei Wände ein - Ziegelmauern, die ein früherer Besitzer dort eingezogen hatte, um die Südwestecke des Gebäudeinneren vom Rest abzuschließen. Warum, weiß wohl niemand mehr ganz genau. Vielleicht der kleinen Treppe wegen, die dort ein paar Stufen weit nach unten führte.

Dort sollen in Zukunft den Besuchern der Veranstaltungen in dem historischen Gebäude bessere Örtlichkeiten für dringende Bedürfnisse zur Verfügung stehen als die derzeit noch unumgänglichen mobilen Toilettenhäuschen. Seit Monaten wirbt der Verein dafür immer wieder Spenden ein. Gleichzeitig hat er aber auch Fördermittel aus dem europäischen Leaderprogramm für ländliche Räume beantragt.

Projektideen werden abgestimmt

Ob sie fließen werden, ist derzeit noch ungewiss. Das stille Örtchen für den Speicher ist eines von insgesamt 158 Projektanträgen beziehungsweise Projektideen, die gegenwärtig bei der Leader-Aktionsgruppe „Demminer Land“ vorliegen. Viel mehr werden es fürs Erste wohl auch nicht mehr werden, denn die Frist ist abgelaufen. „Jetzt sind wir mit Hochdruck dabei, die Projektideen abzustimmen und die Strategie fortzuschreiben“, sagt die für das Demminer Land verantwortliche Regionalmanagerin, Juliane Henke. In diesem Zuge könnte es allenfalls noch sein, dass einige Anträge aufgesplittet werden und die Zahl dadurch etwas zunimmt.

Was nun Ende März auf den Tisch des Landwirtschaftsministeriums kommt, wird wiederum ein breites Feld von Vereinsaktivitäten bis zu touristischen Projekten abdecken. Darunter ist beispielsweise ein gemeinsamer Antrag der drei Seegemeinden Verchen, Meesiger und Sommersdorf. Sie wollen den Naturlehrpfad, der am Kummerower See entlang von Verchen nach Gravelotte führt, bis Sommersdorf erweitern. Im Spätherbst wanderten die Bürgermeister von Verchen und Sommersdorf, Petra Kasch und Gerd Müller, die Strecke eigens ab, um sie genau in Augenschein zu nehmen. Ihr Amtskollege Hubert Niedhoff aus Meesiger war seinerzeit aus gesundheitlichen Gründen verhindert.

Verein muss sich gedulden

Im Ergebnis war Sommersdorfs Gemeindeoberhaupt Gerd Müller so davon angetan, dass er jetzt den Wanderweg am liebsten bis nach Kummerow fortführen würde. Allerdings ist das noch Zukunftsmusik. Auch das bisherige Leaderprojekt selbst sieht Petra Kasch eher in der zweiten Hälfte der neuen Förderperiode angesiedelt, etwa ab 2017.

So lange will der Lübecker Speicherverein nicht mehr warten. Vorsitzender Wolfgang Holst würde den Bau der Toiletten lieber heute als morgen beginnen. Doch solange die Fördermittel nicht bewilligt und der Antrag auf Nutzungsänderung nicht genehmigt sind, muss sich der Verein noch gedulden. Nur die Startlöcher herrichten, das geht schon einmal. „Damit man gleich loslegen kann, wenn der Antrag durch ist“, sagt Holst.