Eifersuchtsdrama endet auf der Anklagebank:

Mann würgt Nebenbuhler und droht mit Mord

Ein 20-Jähriger Demminer rastete aus, als er seine Freundin mit einem Anderen sah. Das hätte er lieber nicht tun sollen. Denn der alleinerziehende Vater stand noch unter Bewährung.

Der 20-Jährige soll seinen Rivalen gepackt und gewürgt haben heißt es in der Anklage. Und der – tief betroffen - streitet das auch gar nicht erst ab.
Carina Göls/ Montage: NK Der 20-Jährige soll seinen Rivalen gepackt und gewürgt haben heißt es in der Anklage. Und der – tief betroffen - streitet das auch gar nicht erst ab.

Auch das noch. Reno Z. kommt zu spät. Er schaut ängstlich. Die karierte Jacke schlackert an seinem schlanken Körper. Der zweifache Vater weiß, was auf dem Spiel steht. Während seiner Bewährung war er ausgerastet. Deshalb sitzt der 20-jährige Demminer jetzt wieder auf der Anklagebank.

Im September vergangenen Jahres hatte er an einer Bushaltestelle am Goethegymnasium einem Nebenbuhler an den Kragen gepackt und den Hals zugedrückt. Zudem drohte er, ihn umzubringen, wenn er sich noch einmal seiner Freundin nähert. Reno Z. schaut nach unten, als die Anklage verlesen wird. Er lässt seinen Verteidiger reden.

Wäre er doch nicht so aufbrausend

Sein Mandant räume die Vorwürfe ein, sagt dieser. Es habe einen Streit mit der Freundin gegeben. Als er bei ihr einen anderen Mann gesehen hatte, sei er eifersüchtig und aufgebracht gewesen. „Es tut ihm Leid, was passiert ist“, sagt der Verteidiger. Der Angeklagte bricht kurz sein Schweigen. Wenn man zum Aufbrausen neigt, sage man so etwas wie Umbringen schon mal so dahin, meint er. „Aber ich habe es nicht so gemeint.“

Die Zeugen müssen nicht mehr gehört werden. Reno Z. nutzt aber die Gelegenheit und entschuldigt sich bei seinem Opfer. Es fällt ihm schwer, Worte zu finden. „Es tut mir Leid, dass ich dich angegriffen habe“, sagt er zu dem Zeugen. Er habe überreagiert und hätte es vernünftig sagen können, dann wäre es nicht so weit gekommen.

Gerade ist er auf einem guten Weg. „Wenn alles gut wird, kann ich morgen den Arbeitsvertrag unterschreiben“, sagt er leise. Und den Führerschein hat er gerade gemacht. Seine Tochter, die er allein erzieht, sei ihm das Wichtigste in seinem Leben. Reno Z. ist nervös. Seine Stimme zittert. „Ich möchte nicht ins Gefängnis“, fleht er. „Obwohl mich meine Dummheit da hinbringen müsste.“

Schon einige Kerben im Holz

Und da schwebt auch seine letzte Verurteilung durch den Raum. Diesel hatte er geklaut, Elektrokabel und Batterien aus Fahrzeugen. Zudem wurde er verurteilt, weil er einvernehmlichen Sex mit einer Minderjährigen hatte, aus dem ein Kind hervor gegangen ist. All dies muss das Gericht berücksichtigen, weil er dafür unter Bewährung steht. Doch offenbar hat der Staatsanwalt ein Herz. Er fordert eine Einheitsjugendstrafe von einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung.

Auch das Schöffengericht glaubt an den jungen Vater. Es legt die Bewährungszeit auf drei Jahre fest. Das Gericht habe gesehen, dass sich der Angeklagte um Arbeit bemüht und den Führerschein zustande gebracht hat. Er gehe davon aus, dass der 20-Jährige nicht im Gefängnis sitzen, sondern bei seiner Familie sein will, begründet Richter Martin Stempel. Er warnt ihn allerdings, dass er solche Ausrutscher wie die Eifersuchtstat zukünftig vermeiden muss. Sonst wandert er in den Knast.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung