Aufatmen beim Kreissportbund:

Marathon zum Lichterfest gerettet

Sechzehn Jahre sind Sportler über den Deich beim Moorbauern gelaufen. Doch nun sollte das plötzlich nicht mehr möglich sein. Der Kreissportbund aber will sich seine traditionelle Veranstaltung zum Lichterfest nicht kaputtmachen lassen.

Paul Kräplin von der Jugendfeuerwehr Schönfeld sorgte im vergangenen Jahr in Verchen dafür, dass sich die Marathonläufer erfrischen konnten. Auch dieses Jahr soll es heiß werden. Da könnten die Läufer wieder solche Abkühlung gebrauchen.
Kirsten Gehrke Paul Kräplin von der Jugendfeuerwehr Schönfeld sorgte im vergangenen Jahr in Verchen dafür, dass sich die Marathonläufer erfrischen konnten. Auch dieses Jahr soll es heiß werden. Da könnten die Läufer wieder solche Abkühlung gebrauchen.

Heike Böttcher ist selten sprachlos. Aber diesmal war sie es. „Sechzehn Jahre sind die Marathonläufer über den Deich gelaufen“, sagt die Frau vom Kreissportbund (KSB), die zum Lichterfest „Rund um den Kummerower See“ die Sportveranstaltungen organisiert. Nun wollte der Wasser- und Bodenverband Obere Peene das verbieten. Damit wäre der Marathon in diesem Jahr geplatzt. „Ich habe die Welt nicht mehr verstanden“, sagt Heike Böttcher. Noch nie in all den Jahren sei davon die Rede gewesen, dass es irgendwelche Bedenken gibt. Gerade mal rund 200 Meter der Marathonstrecke führen nahe des Moorbauern über einen Deich. Vergangenes Jahr hat es deshalb ein bisschen Theater gegeben. Denn die Deichwiesen seien Naturschutz. Im September/Oktober war der Stand, der Marathon fällt 2014 aus.

Der Kreissportbund hatte zu diesem Zeitpunkt nicht mehr die Genehmigung erhalten, diesen Streckenabschnitt zu nutzen. In Sitzungen des Lichterfestvereins sei dies angesprochen worden, so Böttcher. Der Darguner Bürgermeister, Karl-Heinz Graupmann, soll von den Socken gewesen sein. Der habe sich dann gekümmert und den Landkreis eingeschaltet. Schließlich sei der Marathon um den Kummerower See nicht mit dem Berlin-Marathon zu vergleichen. Tausende Läufer trampeln nun mal nicht den Deich kaputt. Es habe noch einmal ein Vor-Ort-Gespräch gegeben. Dann kam die erlösende Nachricht. Der Marathon darf stattfinden. Wie Haidrun Pergande, Pressesprecherin des Landkreises, bestätigt, hat die Untere Wasserbehörde als Aufsichtsbehörde der Wasser- und Bodenverbände die Streckenführung über den Deich gestattet. „Allerdings wurde die Genehmigung mit Auflagen verbunden“, so Pergande. So sei der Veranstalter verspflichtet, etwaige Schäden am Deich, die in Zusammenhang mit der Veranstaltungen entstehen könnten, auf seine Kosten reparieren zu lassen. Außerdem würden weder Wasser- und Bodenverband noch der Landkreis eine Haftung für die Verkehrssicherheit übernehmen. „Auch diese Pflicht liegt allein beim Veranstalter.“

Heike Böttcher ist froh, dass der Traditionsmarathon am Sonnabend, 26. Juli, um 11 Uhr in Neukalen gestartet werden kann. Über Kützerhof, Aalbude, Verchen, Gravelotte, Meesiger, Sommersdorf führt die Strecke rund um den Kummerower See zurück nach Neukalen. Weniger der Deichabschnitt macht ihr im Moment Sorgen, sondern die bleibende Hitze. Sie hofft, dass die Leute an der Strecke wieder Wasser für die Läufer bereitstellen.

2013 war es auch so heiß. „Da hat es super geklappt“, sagt die KSB-Frau. Überall hatten die Anwohner jede Milchkanne mit Wasser hingestellt. Die Läufer haben gesagt, so etwas hätten sie noch nie erlebt. „Sie waren hellauf begeistert.“ Ähnliche Hilfe wünscht sich Heike Böttcher auch diesem Jahr. Denn es soll heiß werden. Aus Gorschendorf weiß sie schon, dass Festumzug-Teilnehmer Spalier stehen und die Läufer begrüßen wollen.

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