So vertreiben Sie die dunklen Gedanken:

Tricks gegen den Herbst-Blues

Herbstdepression - gibt es dieses Phänomen wirklich? Nein, meint eine Psychotherapeutin. Wer die richtigen Tricks kennt, wird auch in der dunklen und kalten Jahreszeit nicht antriebslos.

Die Psychotherapeutin rät: Jeden Tag im Herbst einen Spaziergang machen.
Peter Steffen Die Psychotherapeutin rät: Jeden Tag im Herbst einen Spaziergang machen.

Jetzt ist die Uhr auf Winterzeit umgestellt. Das bedeutet, es wird wieder früher dunkel. Und wer morgens früh aufstehen muss, frühstückt auch wieder im Dunkeln. Kommt man am späten Nachmittag von der Arbeit, ist es auch schon wieder dunkel. Kann das nicht depressiv machen?

Cornelia Wermke, Psychotherapeutin im Demminer Ärztehaus, hat dazu eine klare Meinung: „Ich wehre mich vehement gegen das Phänomen Herbstdepression . Was sollen denn die Menschen in Nord-Skandinavien sagen, die sehen doch während der Polarnacht über Monate keine Sonne. Es gibt eher die Hypothese, dass man im November mehr Schlafhormone ausschüttet, weil das Licht fehlt“, sagt sie. Und sie rät: Jeden Tag im Herbst einen Spaziergang zu machen. Bewegung tut gut und die sollte man haben, wenn es noch hell ist. Es reicht schon nach dem Mittagessen eine halbe Stunde durch die Gegend zu laufen. „Ich freue mich auf diese Jahreszeit, denn nach Feierabend koche ich mir einen Tee und mache es mir bei Kerzenschein gemütlich. Dann habe ich Zeit, ein Buch zu lesen oder klassische Musik zu hören. Da mache ich doch im Hochsommer nicht“, meint Cornelia Wermke.

Frische Luft und gute Bücher

Frische Luft sei im Herbst immer am besten. Bei Bewegung stößt der Körper Serotonin aus, ein „körpereigenes Antidepressiva“, wie es die Psychotherapeutin nennt. Sie könne dem Wort „Herbstdepression“ ohnehin nichts abgewinnen, denn man sollte gerade in der dunklen Jahreszeit etwas tun, was einem Freude macht. Man könne die Zeit nutzen, um ein Buch zu lesen, wenn es draußen regnet und kalt ist. Oder man könne Kurse bei der Volkshochschule nutzen. Da gebe es so viele Angebote, wie Englisch lernen, schneidern. „Ich selbst stricke auch gern in dieser Zeit“, sagt sie. Es sollte auf jeden Fall das Positive überwiegen. Sport treiben sei auch eine Möglichkeit, Glückshormone auszuschütten. Abhilfe schaffen kann auch eine Lichttherapie, aber nur nach ärztlicher Absprache.

 

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