Demminer Katzenretter:

Mit Suse unterm Weihnachtsbaum

Vor einem Jahr hat der Demminer Ralf Gunnar Lüttcher eine ausgesetzte Katze vor dem Erfrieren gerettet und wieder aufgepäppelt. Das Tier hat das Herz der Familie erobert. Weihnachten bedeutet doch Hoffnung.

Vor einem Jahr hat Ralf Lüttcher die kleine Suse gerettet. Verfroren, ausgehungert und zierlich fand er die Katze am Rand des Gewerbegebietets Meyenkrebs. Sie war mit vier ihrer Geschwister von jemandem ausgesetzt worden. Alle Katzen haben ein neues Zuhause gefunden, ihnen geht es gut. 
             
Kirsten Gehrke Vor einem Jahr hat Ralf Lüttcher die kleine Suse gerettet. Verfroren, ausgehungert und zierlich fand er die Katze am Rand des Gewerbegebietets Meyenkrebs. Sie war mit vier ihrer Geschwister von jemandem ausgesetzt worden. Alle Katzen haben ein neues Zuhause gefunden, ihnen geht es gut.  

Suses Fell war voller Eis, ihre Augen glasig. Angela und Ralf Lüttcher können sich genau an den Tag erinnern, als die kleine Katze in ihr Leben trat - fast verhungert und verfroren, nur eine Hand voll. Mit vier Geschwistern war sie einfach im Meyenkrebs ausgesetzt worden. "Sie hat sich prächtig rausgemacht", sagt Ralf Gunnar Lüttcher glücklich. Suse liegt an seinen Füßen auf dem Teppich und schnurrt zufrieden, sie will spielen. Der Weihnachtsbaum ist schon geschmückt. "Sie ist etwas ganz Besonderes, ein richtiger Wildfang." Der Tag vor Heiligabend 2012 war ein verschneiter Wintertag und ein bitterkalter Eisregen zog übers Demminer Land. "Ein Tag, an dem wohl niemand wirklich freiwillig vor die Tür gegangen wäre." Ralf Gunnar Lüttcher aber lockte die weihnachtliche Stimme zu einem abendlichen Spaziergang durchs Gewerbegebiet in Richtung Woldeforst. Das Eis pickte ihm wie tausend Nadeln ins Gesicht. "Abseits meines gewohnten Weges sah ich einen kleinen Schatten durch den Schnee hopsen." Neugierig änderte er seine Route und hörte ein zartes, jämmerliches Mauzen. "Inmitten einer Schneewehe saß ein hilfloses Geschöpf und sah mich mit glänzenden Augen an." Ralf Lüttcher brachte es nicht übers Herz, die Katze ihrem Schicksal zu überlassen. Er nahm sie behutsam in den Arm und sie kuschelte sich in seine Jacke. "Ein warmes Schnurren bekam ich zur Antwort." Kater Moritz (heute 11) begrüßte das Würmchen auf seine Art. Suse, wie sie die Lüttchers tauften, stürzte sich aufs Futter und erkundete gleich ihr neues Zuhause. Im Nordkurier las Ralf Lüttcher nach Weihnachten, dass Suses vier Geschwister an gleicher Stelle von einem anderen Spaziergänger entdeckt und zum Tierschutzverein gebracht wurden. Allen geht es heute gut. Suse ist die einzige, die in Demmin blieb, die anderen fanden ein neues Zuhause in Rostock, Jarmen und Berlin. "Weihnachten bedeutet Hoffnung, das erzählt diese, unsere Geschichte unterm Weihnachtsbaum", meint der Demminer.

Die Lüttchers haben Suse ins Herz geschlossen. Sie ist ihre erste Katze. Bisher hatten sie immer Kater. Deshalb wussten sie auch nicht, warum Suse irgendwann eigenartige Geräusche von sich gab und dann rollig war. In dem einen Jahr haben die Lüttchers viel mit ihr erlebt. Suse ströpert gern draußen herum, der Rekord war mal, dass sie zehn Tage weg war. Oft haben die Demminer die Katze gesucht oder suchen lassen. "Sie ist eben ein großer Wildfang", sagt Ralf Gunnar Lüttcher und lächelt. Ohne Suse kann er sich das Leben gar nicht mehr vorstellen. "Sie ist ganz verschmust." Krank war sie bisher noch nicht, ist gesund und munter. Anfangs hat sie noch Stulle mit Leberwurst gefressen. Heute rührt sie das nicht mehr an, bevorzugt Trockenfutter sowier Lachs oder Thunfisch mit Soße. Wäre Ralf Gunnar Lüttcher an jener kalten Winterweihnacht nicht gewesen, wäre Suse vielleicht erfroren oder verhungert. Der 49-Jährige wünschte sich, dass sich mehr Menschen für Tiere engagieren. Dass Suse und ihre Geschwister einfach weggeworfen wurden, kann er bis heute nicht verstehen.