Brodelnde Gerüchteküche:

Muss das Internat schließen?

Seit Monaten wird in Demmin gemunkelt, dass der Landkreis die zum Musikgymnasium gehörende Unterkunft dicht machen will. Was ist dran?

Was aus dem Internat des Musikgymnasiums wird, ist noch unklar. Aber die Betreuung der Schüler ist gesichert.
Jana Otto Was aus dem Internat des Musikgymnasiums wird, ist noch unklar. Aber die Betreuung der Schüler ist gesichert.

Die Gerüchteküche in Demmin brodelt – seit Monaten. Soll das Internat des Goethegymnasiums in der Saarstraße geschlossen und sogar verkauft werden? Statt einer pädagogischen Betreuung gäbet es nur noch ein Wachschutzunternehmen, dass die Schüler beaufsichtigt?

Die Fantasie treibt offensichtlich Blüten, doch der Leiter des Schulverwaltungsamtes, Dirk Rautmann, entkräftet diese Vorwürfe. „Es gibt offensichtlich Menschen, die Demmin in ihrer Wahrnehmung als überproportional benachteiligte Region sehen“, meint der Verwaltungsleiter. Doch das sieht er anders. Jede Region in diesem Riesen-Landkreis Mecklenburgische Seenplatte habe sein ganz besonderes Profil und spezifische Probleme. Demmin sei da keine Ausnahme. Was ist denn nun dran an diesen Gerüchten?

Das Vierfache der jetzigen Schüler passt rein

Derzeit leben im Internat, das zum Musikgymnasium gehört, 13 junge Menschen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren. „Es ist ein tolles Haus, mit einer optimalen Ausstattung“, meint Dirk Rautmann. Und  dennoch sei die Situation unausgewogen, denn Kapazitäten wären für das Vierfache der jetzigen Schüler vorhanden. „Doch eine Schließung ist nicht der Weg“, versichert der Verwaltungsleiter.

Vielmehr suchte der Landkreis nach Alternativen und beschritt mit diesem Internat einen Weg, der in anderen Wohnunterkünften längst Usus ist: Die Verwaltung schloss einen Vertrag mit einem externen Anbieter, der mit seinen Fachkräften die Betreuung absichert. In Demmin kümmert sich jetzt der Heim- und Betriebsdienst der Koltz GmbH um das Internat. „Wir haben das Internat ja seit vielen Jahren unter Vertrag, so dass dieser einfach erweitert wurde“, meint Bernd Koltz, Chef des Unternehmens.

Nachts kein Erzieher nötig

Laut seinen Aussagen kümmert sich von 14 bis 23 Uhr eine pädagogische Fachkraft um die Schüler des Internats, abgelöst wird diese von einer Aufsichtskraft, die dann bis morgens um 8 Uhr vor Ort ist. „Dafür gibt es ja gesetztliche Festlegungen, an die wir uns halten“, so Koltz. Nachts sei der Einsatz eines Erziehers nicht notwendig, schließlich sollten die Schüler dann schlafen.

 

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