Brandserie:

Nach Geständnissen herrschen Erleichterung und Sorge

Die Ermittlungen laufen zwar noch weiter, doch die Serie von Brandstiftungen in der Region scheint nun aufgeklärt zu sein. Drei mutmaßliche Täter haben gestanden. Ihr Motiv: Langeweile. Für die Bauern aber ist das Ganze nicht nur beruhigend.

Der vorläufig letzte Brand wurde in Toitz gelegt. Dort mussten die Kameraden am Sonnabend noch einmal löschen, nachdem der Wind die Glut erneut angefacht hatte.
Kirsten Gehrke Der vorläufig letzte Brand wurde in Toitz gelegt. Dort mussten die Kameraden am Sonnabend noch einmal löschen, nachdem der Wind die Glut erneut angefacht hatte.

Die erlösende Nachricht kam gegen Mittag: Die drei jungen Männer, die in den vergangenen Tagen wegen des dringenden Verdachts vielfacher Brandstiftung festgenommen wurden, haben laut Staatsanwaltschaft Neubrandenburg Geständnisse abgelegt. Das rief im Demminer Land vor allem Erleichterung hervor. Erst einmal sei er froh, dass sie gefasst wurden, sagte der Demminer Wehrführer Thomas Rohleder.

Die drei Demminer im Alter von 22, 21 und 18 Jahren sollen seit Mitte vergangenen Jahres 32 Brände gelegt und rund zwei Millionen Euro Schaden verursacht haben. Sie sitzen nach Auskunft von Oberstaatsanwalt Andreas Lins derzeit in Neustrelitz und Neubrandenburg in Untersuchungshaft. Bei einer Anklage müssen sie mit Freiheitsstrafen ohne Bewährung rechnen. Deren Höhe hänge von den einzelnen Fällen und Umständen ab.

Als Motiv nannten die drei nach Auskunft von Lins "Langeweile". Nach welchen Gesichtspunkten sie die jeweiligen Anschlagsorte auswählten, darüber konnte er am Montag noch keine Auskunft geben. Derzeit laufen die Ermittlungen weiter. Dabei geht es vor allem um die Zuordnung der einzelnen Fälle und um die Frage, ob das Trio möglicherweise noch für weitere Brände verantwortlich ist.

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hat den Ermittlern zu dem Fahndungserfolg gratuliert. Unter den Landwirten in der Region, die vor allem von den Brandstiftungen betroffen waren, herrschen indes zwiespältige Gefühle. Zum einen sind sie erleichtert über die Festnahmen und Geständnisse. "Ich hoffe, dass es die drei waren, damit es nicht weitergeht", sagte Hartmut Leddig aus Rustow, dem in Nossendorf eine Strohmiete abgefackelt wurde. "Aber der finanzielle Schaden ist nur die eine Seite." Die andere: Den Bauern fehlt jetzt das Stroh und Ersatz lässt sich um diese Jahreszeit kaum noch beschaffen. Besonders bitter ist es für den Medrower Landwirt Norbert Henke, dem die Brandstifter in der Nacht zum vergangenen Freitag eine Strohmiete in Toitz anzündeten.