Demmin:

Nach Rustow ist Schluss mit dem Radwegebau

VonGeorg WagnerLängerfristig hat das Straßenbauamt keine Planungen für den Bereich Demmin. Und derneue MSP-Kreis blickt gegenwärtig mehr nach ...

VonGeorg Wagner

Längerfristig hat das Straßenbauamt keine Planungen für den Bereich Demmin. Und der
neue MSP-Kreis blickt gegenwärtig mehr nach Süden.

Demmin/Loitz/Jarmen/Tutow.Eines muss man dem Demminer Günter Kretschmer lassen: Er geht und radelt mit offenen Augen durchs Land. Und er macht sich seine Gedanken über das, was er sieht. Zum Beispiel über den Radverkehr auf der B110. Zwar gibt es zwischen Zemmin und Jarmen einen Radweg, doch von Demmin nach Tutow bleibt Radlern nur die Wahl zwischen Feldwegen oder der vielbefahrenen Bundesstraße. Dabei verläuft an deren südlicher Seite der alte Kleinbahndamm, auf dem schon seit Jahren die Schienen abmontiert sind. Hier, meint Kretschmer, könnte ein Radweg gebaut werden, um die Region zu erschließen.
Ähnliche Gedanken gibt es auch andernorts. Im Bereich der laufenden Baustelle an der Landesstraße 271 zwischen Hohenmocker und Letzin-Siedlung etwa drängt sich für den Außenstehenden die asphaltierte Baustraße geradezu als Radweg auf.
Doch solche Vorschläge verlieren sich im Gestrüpp von Eigentums-, Norm- und Finanzierungsfragen. Die Baustraße als Radweg, sagt der Leiter des Straßenbauamtes Güstrow, Ronald Normann, komme aus mehreren Gründen nicht in Frage. Zum einen habe das Amt die Flächen nur für die Zeit der Bauarbeiten gepachtet. Zum anderen „hätten wir sie für einen Radweg ganz anders gründen müssen.“ Sprich, auskoffern mit erheblichem Aufwand. „Sonst sackt der ab und wir müssten immer wieder ausbessern.“ Das aber würde Geld kosten, das dem Amt ohnehin nicht zur Verfügung steht.
Nachdem es im Bereich Demmin bereits den Radweg zwischen Deven und Dargun gebaut hat und gegenwärtig an der Pedalritterpiste nach Rustow arbeitet, ist laut Normann hier längerfristig nichts mehr geplant. In den nächsten drei bis vier Jahren werde man sich anderen Regionen zuwenden und dort die begrenzten Mittel einsetzen wie beispielsweise bei Bad Doberan. „Dort gibt es an der B105 wesentlich mehr Verkehr“, sagt Normann. Rund 20000 Fahrzeuge würden dort täglich durchfahren. „Da ist ein wirklich großer Bedarf. Wir sehen den zwar auch für die B110, aber hier kommt der Radweg nicht so schnell.“ Auch der Kleinbahndamm Richtung Siedenbrünzow und Tutow wäre laut Normann keine Lösung. Er verlaufe südlich, der schon vorhandene Radweg nördlich der Bundesstraße. Die müsste also irgendwo von den Radlern gekreuzt werden. Viel zu gefährlich, meint der Bauamtsleiter.
Von Bundes- und Landesseite ist demnach in nächster Zeit kaum ein neuer Radweg zu erwarten. Doch auch der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte lässt zumindest in diesem Jahr an seinen Straßen im nördlichen Bereich alles beim Alten. Weil weiter südlich die Projekte bereits weiter vorangeschritten sind, sollen dort Lücken im Radwegenetz geschlossen werden. Erst in den nächsten Jahren werde sich das ändern, hieß es von der Kreisverwaltung.