Erfahrung mit Unabhängigen:

Nachbarn machen Demmin Mut

In anderen Städten haben Wählergemeinschaften gute Erfahrungen gemacht. Da kann es nur gut sein, dass jetzt auch in der Hansestadt Staub aufgewirbelt wird.

In den Städten rings um Demmin gibt es schon lange das, was es jetzt erst in der Hansestadt gibt: Unabhängige Wählergemeinschaften. Reinhard Kulick aus Malchin macht den Demminern Mut. „Es lohnt sich“, meint der Vorsitzende der Fraktion der Unabhängigen Malchiner Bürger (UMB) in der Stadtvertretung Malchin. 1994 hat sich die UMB gebildet. Worte wie Querdenker oder Gegenlenker hätten sie sich anhören müssen. „Aber damit muss man leben.“ Vier von 21 Sitze hat die UMB heute im Parlament. 

„Man muss die Sache mit Gefühl angehen.“ Wenn die Wahlen anstehen, sollten möglichst viele Leute auf der Liste stehen, gibt er den Demminern als Tipp. „Da reichen keine vier, das ist kühle Mathematik.“ Ob bei Bildung oder Radwegen, überall mischen sie mit. „Und wir haben ein scharfes Auge auf die Stadtverwaltung.“

Gute Erfahrungen hat man auch in Loitz gemacht. Die Parteien damals hätten nur mit einem Auge auf die Interessen der Stadt geschaut, erinnert sich Henning Rischer, langjähriger Vorsitzender der Unabhängigen Loitzer (UL). Zu wenig sei in den ersten vier Jahren nach der Wende das Lokale berücksichtigt worden. Städtisches Interesse müsse vor Parteieninteresse gehen. Viele Anregungen hätten sie als UL gegeben, wo dann auch die anderen mitgezogen sind. Die Fraktionssitzungen haben sie öffentlich gemacht. Im Jahr 1999 hatte die UL wegen des Haushalts-Chaos die Abwahl des Bürgermeisters Johannes Winter (CDU) gefordert. Aber das wurde seinerzeit von der Mehrheit abgelehnt.

Wählergemeinschaften sind indes auch in Stavenhagen und Dargun aktiv.

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