Holzeinschlag im Vorwerker Wald:

Natur bekommt nun den Vorwerker Wald zurück

Zwischen Demmin und Klenz werden bald Motorsägen und Harvester röhren. Trotz Naturschutz ist eine Durchforstung des Waldes geplant - und die Stiftung "Nationales Naturerbe" befürwortet das sogar.

Wo muss was gemacht werden? Regionalförster Eberhard Kerstan wäre zwar für den Wald der Nabu-Stiftung nicht selbst zuständig, springt aber derzeit für einen kranken Kollegen in die Bresche.  
Georg Wagner Wo muss was gemacht werden? Regionalförster Eberhard Kerstan wäre zwar für den Wald der Nabu-Stiftung nicht selbst zuständig, springt aber derzeit für einen kranken Kollegen in die Bresche.  

Auf den ersten Blick sieht es aus, als wäre alles, wie es sein soll. Mächtige alte Buchen breiten ihre Äste über den Hohlweg, der in der Vorwerker Schweiz hinunter führt zur Peene; ein Laubwald, wie er sich für unsere Breiten gehört.

Doch hinter den Buchen wachsen Fichten und Douglasien. Diese Nadelbäume, meint die Nabu-Stiftung „Nationales Naturerbe“, gehören da nicht hin. „Eigentlich“, sagt ihr Vorsitzender Christian Unselt, „müssten hier Laubmischwälder wachsen.“ Dazwischen vielleicht ein paar Kiefern auf den trockeneren Standorten. Die ursprünglich in höheren Lagen beheimatete Fichte und die aus Kanada stammende Douglasie sind das Erbe einer strikt auf Gewinn ausgerichteten Forstwirtschaft. Ihren Bestand will die Stiftung nun zurückdrängen. Voraussichtlich im September wird in dem unter Natur- und FFH-Schutz stehenden Gebiet der Holzeinschlag beginnen, um damit den Umbau zu einem naturnahen Waldbestand voranzutreiben. Es ist der erste größere Eingriff in den Vorwerker Wald, seit im August 2007 ein kleiner Tornado eine Schneise der Verwüstung durch das Demminer Land zog. Anschließend gab es auch hier am Demminer Stadtrand einiges aufzuräumen. „Seither ist bis auf ein wenig Verkehrssicherung fast nichts mehr passiert“, sagt  Dr. Eberhard Kerstan.

Er ist als Regionalförster für Wälder der bundeseigenen BVVG in den Altkreisen Demmin und Ostvorpommern zuständig, springt aber derzeit auch für die Nabu-Stiftung mit ein. Sie hatte den Vorwerker Wald wegen dessen Bedeutung für den Naturschutz aus dem Bestand der BVVG übertragen erhalten und sieht nun die Interessen der Forst an einer Auflichtung Hand in Hand mit ihren eigenen Interessen an einem „Waldumbau“. Im Zuge dessen werden laut Eberhard Kerstan aus Sicherheitsgründen auch abgestorbene Eschen entfernt. Der Naturschutz lasse diese Maßnahmen zu, sagt er, befürchtet aber offenbar auch bestürzte Reaktionen von Spaziergängern. „Nach dem Holzeinschlag wird es erst einmal ziemlich wild aussehen.“ Allerdings wird die Natur selbst das wieder überdecken.

So hat der letzte Tornado Lichtungen hinterlassen, wie sie auch bei den Forstarbeiten entstehen werden. Das liegt ganz im Sinne der Nabu-Stiftung. Dadurch würden bessere Voraussetzungen für den Aufwuchs von Laubbäumen geschaffen, meint Christian Unselt. Schritt für Schritt soll dann der Vorwerker Wald aus der Bewirtschaftung genommen werden.

 

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