Jäger warnen vor Unfallgefahr:

Neu gepflanzte Eichen locken Wild an

Für Wildschwein und Reh wird es an der L 271 noch gefährlicher. Schuld ist die neue Allee.

Hartmut Popp (links) und René Paetsch vom Forst- und Gartenbaubetrieb Jens Liefländer aus Groß Stove bei Rostock pflanzen derzeit Eichen an der L 271.
Kirsten Gehrke Hartmut Popp (links) und René Paetsch vom Forst- und Gartenbaubetrieb Jens Liefländer aus Groß Stove bei Rostock pflanzen derzeit Eichen an der L 271.

Naturfreund Ottmar Rapsch freut sich über jeden neu gepflanzten Baum. Davon kann es gar nicht genug geben. „Aber das ist mir doch sauer aufgestoßen“, sagt der Sarower Jäger. Wie kann man nur Eichen an einer stark befahrenen Landesstraße setzen? An der L 271 zwischen Letzin-Siedlung und Hohenmocker entsteht gerade eine neue Allee. In zehn Jahren jedoch tragen die Eichen erste Früchte. „Eicheln sind eine leckere Mahlzeit für Wildschweine, Damwild und Reh. Das ist die Lieblingsspeise der Tiere.“ Wild werde angelockt, die Unfallgefahr steigt. Aus eigener Erfahrung weiß Ottmar Rapsch, was Eichen am Straßenrand bedeuten. Zwischen Gatschow und Ganschendorf stehen zwei Bäume, genau in seinem Pachtrevier. „Jedes Jahr haben wir hier Unfälle. Sie glauben gar nicht, wie mir das Herz blutet, wenn ich einem angefahrenen Wild den Todesstoß geben muss.“ Jäger würden oft gerufen, um die Tiere von ihren Qualen zu erlösen. „Es tut so weh, wenn man die Tiere klagen hört.“ Viel schlimmer sei aber immer das menschliche Leid. „Deshalb verstehe ich nicht, dass an der L 271 Eichen gepflanzt werden.“ Es gebe genug andere Bäume.

Die Untere Naturschutzbehörde beim Landkreis indes, die die neue Allee in Absprache mit dem Straßenbauamt Güstrow genehmigte, sieht andere Prioritäten. Wie Pressesprecherin Haidrun Pergande erklärte, können an der L 271 Bäume nur im Bankettbereich gepflanzt werden, nicht hinter dem Straßengraben. Weil sie so nah an der Straße stehen, bekommen sie während des Winterdienstes Auftausalz ab. „Das vertragen über einen längeren Zeitraum nur Eichen“, so Pergande. Deshalb sei zunächst geplant worden, die gesamte Strecke mit Eichen zu bepflanzen. Auf Wunsch der Gemeinde Hohenmocker jedoch sind auf einem Teil der Strecke Linden aufgestellt worden, etwa auf einem Drittel. Hohenmocker wollte das so, weil schon immer eine Lindenallee an der Landesstraße entlang führte.

 

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