Ein Haus für Vereine:

Neue Ideen für die Ost-Kaserne

Genutzt wird der wuchtige Bau am Demminer Bebelplatz seit Jahren wie ein gemeinnütziger Gemischtwarenladen: Vom Bauernverband bis zur Tanzgruppe reicht die Palette der Mieter. Eigentlich nur logisch, diese Idee weiterzuentwickeln.

Die historische Ulanen-Kaserne am Bebelplatz zählt zu den markantesten Gebäuden der Innenstadt. Sie gehört der städtischen Wohnungsbaugesellschaft, deren Chef sich unter ihrem Dach ein „Haus der Vereine“ vorstellen könnte.
Thoralf Plath Die historische Ulanen-Kaserne am Bebelplatz zählt zu den markantesten Gebäuden der Innenstadt. Sie gehört der städtischen Wohnungsbaugesellschaft, deren Chef sich unter ihrem Dach ein „Haus der Vereine“ vorstellen könnte.

Freitagnachmittag am August-Bebel-Platz. Im Flur der alten Kaserne, die wuchtig den größten Teil des Platzes einnimmt, ist der Frühling noch nicht angekommen, und er wirds wohl auch so bald nicht. Lange Flure, Altbauluft, Dämmerlicht. Immerhin, auch hier ist Leben: Aus einer der Türen dringt Musik.

Nicht nur Demmins Tanzgruppe hat hier ihr Domizil, auch etliche andere Vereine der Stadt sind in dem riesigen Bau am Bebelplatz 1a Mieter. Ein buntes Schilder-Sammelsurium neben der Treppe des Haupteingangs lädt ein: Tischtennisverein, Frauenbund, Bauernverband.

Sanierungs- und ausbaufähig

Roman Gau, Geschäftsführer der hansestädtischen Wohnungsbaugesellschaft WVG, will das Konzept ausbauen. Und aus dem Baudenkmal, in Besitz der Kommune und von seinem Unternehmen verwaltet, ein Demminer „Haus der Vereine“ machen, wie er sagt. „Saniert werden muss das gesamte Gebäude ohnehin, vom undichten Dach bis in die einzelnen Räume, da gibts richtig viel zu tun und das wird auch richtig viel Geld kosten. In dem Zusammenhang stellt sich natürlich die Frage der künftigen Nutzung, und ich meine, wenn wir das Haus für unsere Vereine herrichten, ist das ein guter Beitrag für die Stadt und ihr Kulturleben.“

Vorteil: Von der Raumaufteilung her könnte vieles so bleiben. Denn auch der Denkmalschutz wird bei der Sanierung des historischen Ulanenkaserne ein Wort mitreden. Roman Gau könnte sich im Nutzungskonzept als Vereinsquartier aber auch Gemeinschaftsräume vorstellen.

Hoffnung auf Zuschüsse

Noch klingt das alles wie Zukunftsmusik. Die Demminer Wobau hat genügend andere Problem-Immobilien im Bestand – der Bahnhof braucht ein neues Dach, das „Zille-Haus“ an der Kreuzung Schiller-/Treptower droht demnächst zusammenzufallen. „Aber das entlässt uns natürlich nicht aus der Verantwortung, uns um die Zukunft von Bauten wie der alten Ostkaserne Gedanken zu machen“, sagt Gau. Mit seinem Projekt „Haus der Vereine“ hofft er mittelfristig in einem Fördertopf zu landen, erste Anträge im Rahmen des Leader-Programms sind schon gestellt.