Brücke in Gefahr:

Notfall: Eine Zeitbombe wird endlich entschärft

Wären Teile der Brücke am Luisentor demnächst unter ihrer eigenen Last zusammengebrochen? Ein Wunder, dass sie hielt. Jetzt wird saniert. Endlich.

Unterhalb des Brückengeländers ist noch der gemauerte alte Bogen der Mühlengrabenbrücke zu erkennen. Das sieht alles ziemlich stabil aus, aber der Eindruck täuscht wohl: Die Statiker schlugen jetzt Alarm: sanieren oder sperren.  
Thoralf Plath Unterhalb des Brückengeländers ist noch der gemauerte alte Bogen der Mühlengrabenbrücke zu erkennen. Das sieht alles ziemlich stabil aus, aber der Eindruck täuscht wohl: Die Statiker schlugen jetzt Alarm: sanieren oder sperren.  

 Auf den ersten Blick sah alles noch stabil aus. Man musste schon etwas genauer hinschauen auf der Straßenbrücke über den alten Demminer Mühlengraben, dann bemerkte man: Hohle Fugen zwischen den Gehwegplatten, „durch die man ins Nichts schaut“, wie es Bauamtschef Dietmar Schmidt einmal ausdrückte. Alle wussten es. Und das nicht erst seit ein paar Tagen: Die Brücke ist seit längerem ein Sanierungsfall. Da musste man ran. Bevor was passiert.

Die Stadt hat das Straßenbauamt nach eigener Auskunft auch immer wieder darauf hingewiesen – in guter Kenntnis, wie es um die bröckelnde Überführung steht. Am Ende war man beinahe soweit, die Gehwege sperren zu lassen – bevor ein Unglück geschieht. Denn auch die Geländer wackeln und sind außerdem viel zu niedrig. Dahinter geht es fast fünf Meter runter. Den Bürgersteig der Demminer Hauptstraße sperren – mitten in der Stadt! Dann lieber den Engpass, mit dem die Demminer seit einigen Tagen leben müssen – und nach bisheriger Kalkulation wohl noch bis April nächsten Jahres. Klar, sanieren geht nur einspurig – eine Vollsperrung blockierte den Durchgangsverkehr. Durch die Clara-Zetkin-Straße, gleichzeitig die B 110, rollen pro Tag gut 7000 Autos. Umleitung: Fehlanzeige.

Darum soll die Brücke laut Ronald Normann vom Straßenbauamt halbseitig saniert werden. Schon die ersten Löcher, die die Bauarbeiter in die Trägerkonstruktion unterhalb von Gehweg und Fahrbahn gestemmt haben, zeigen brüchigen Beton und tiefe Hohlräume. Erneuert werden sollen Teile des historischen Brückengewölbes und der tragenden so genannten Kappen.

Das eigentliche Problem ist die Verkehrsbelastung. Sie ist seit der Bauzeit der Straßenbrücke um ein vielfaches gewachsen. Solange Demmin nicht endlich eine Umgehungsstraße bekommt, donnern weiterhin bis zu 300 Lkw pro Tag auf der „Stadtautobahn“ am Luisentor vorbei.