Von wegen saubere Sache:

Nur ein paar Euro fürs Ekel-Wasser

Erst mussten die Hohenbollentiner zwei Monate lang schmutziges Wasser aus dem Hahn ertragen, dann tat sich ewig nichts im Streit um eine Entschädigung. Nun gab es doch eine Antwort vom Wasserversorger – allerdings keine gute.

Ein schönes Glas Rohrperle? Nein, das mochten die Hohenbollentiner damals lieber nicht trinken.
Lukas Schulze Ein schönes Glas Rohrperle? Nein, das mochten die Hohenbollentiner damals lieber nicht trinken.

Nur braune Brühe floss für zwei Monate aus den Wasserhähnen in der Gemeinde Hohenbollentin. Das betraf immerhin 29 Haushalte, die danach von ihrem Wasser- und Abwasserzweckverband eine Entschädigung forderten. Nun kam Bürgermeister Hans Schommer jedoch mit schlechten Nachrichten von einem Gespräch mit dem Versorger zurück.

Von August bis Anfang Oktober 2013 floss das Ekel-Wasser, aber erst jetzt sei der Bürgermeister vom Vorstand der Gesellschaft kommunaler Umweltdienste (GKU), angehört worden. „Aber auch nur, weil wir mit einer Klage gedroht haben“, sagt er bitter. Doch die Antwort, die er erhielt, macht ihn sauer. Denn die Aussprache mit dem Wasserversorger habe nicht viel gebracht.

„Dabei handelt es sich doch nur um einen Streitwert von insgesamt 500 Euro. Das wäre doch eine tolle Geste des Wasserversorgers, wenn er den Einwohnern die Kosten für zwei Monate erlassen hätte“, meint der Bürgermeister. Der Versorger habe aber lediglich eine symbolische Summe eingeräumt. „Nicht mehr als 25 Prozent Erstattung wurden anvisiert“, teilt Schommer mit. Macht etwas über 4 Euro pro Haushalt – und damit nicht einmal vier Sixpacks Wasser aus dem Supermarkt.

Nicht fordern, sondern filtern

Der Wasser- und Abwasserzweckverband Demmin-Altentreptow sieht das etwas anders. „Es wäre rechtswidrig, wenn wir eine Entschädigung in Höhe der Kosten für die zwei Monate zahlen würden“, erklärt GKU-Geschäftsführer Frank Strobel auf Nachfrage. Bei Rohrnetzspülungen gebe es auch schlechtes Wasser, wenn die Entlüftung fehlt. „Jeder Nutzer sollte darüber nachdenken, Filter einzubauen, damit auch Spül- oder Waschmaschinen keinen Schaden nehmen“, schlägt er vor.

Sein Unternehmen liefere mit dem Trinkwasser schließlich ein Biolebensmittel, welches in seiner Qualität Schwankungen ausgesetzt ist. „Es war eine Eintrübung des Wassers in Hohenbollentin, aber das war nicht gesundheitsgefährdend“, hält Strobel fest. Der Wasserversorger hatte sich bei den Einwohnern lediglich entschuldigt. „Wir müssen viel spülen, weil immer weniger Wasser abgenommen wird und das Wasser in den Leitungen altert“, sagt Strobel.

Bürgermeister Schommer will jetzt erst mal abwarten. „Ich muss erst die Beschlussfassung in der Hand halten. In der Einwohnerversammlung haben wir uns aber schon darauf geeinigt, nicht zu klagen. Das wäre teurer als das alles einbringt“, so Schommer.

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