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Demmin bietet Schlafplätze für Obdachlose an

Wer seine Miete nicht zahlt, dem droht der Rauswurf. Wohin in der Kälte? In ein Abrisshaus? Wer nimmt sie auf, die Vagabunden, die kein Zuhause mehr haben?

Ein Bett steht für Obdachlose in Demmin immer bereit.
Gudrun Herzberg Ein Bett steht für Obdachlose in Demmin immer bereit.

Die Miete ist nicht gezahlt, trotz vieler Mahnungen. Plötzlich sitzt er auf der Straße. Was dann bleibt, ist das Obdachlosenheim. Ein älterer Mann hat viele Jahre bei seiner Freundin gewohnt, jetzt möchte sie das nicht mehr und er hat keine Bleibe.

„Dann helfen wir natürlich, aber das Obdachlosenheim ist die letzte Instanz, bevor man auf der Straße schlafen muss“, sagt Olaf Döhring, Mitarbeiter der Stadtverwaltung und verantwortlich für das Obdachlosenheim. Er kennt sie alle, die Geschichten der Menschen, die plötzlich ihre Wohnung verlieren. Aber so plötzlich sei das nicht. Denn es flattern vorher viele Mahnungen ins Haus, die ignoriert werden. Oftmals ist es der Alkohol, mit dem die Probleme verdrängt werden. „Auf der Straße muss in Demmin keiner schlafen, darum gibt es ja das Obdachlosenheim. Und seit Hartz IV haben wir auch keine Vagabunden mehr, die auf der Straße leben und von Ort zu Ort ziehen“, sagt Olaf Döhring.

Auch am Tag darf man im Heim bleiben

Die beiden Männer im Demminer Obdachlosenheim haben es warm und trocken. Sie dürfen auch am Tage im Heim sein, was in den Großstädten nicht üblich ist. Dort darf man nur zum Schlafen kommen.

Olaf Döhring schaut jetzt in der kalten Jahreszeit auch immer wieder in die Abrisshäuser, ob dort jemand übernachtet. „Wir kümmern uns um die Menschen, denen der Rauswurf aus der Wohnung droht. Wenn ich komme, ist es fast schon zu spät, aber es gibt immer noch einen Weg, um den Weg ins Obdachlosenheim zu verhindern“, erklärt er.

Familien macht er klar, dass Kinder nicht ins Obdachlosenheim dürfen, also von der Familie getrennt werden müssen. Da schalte sich das Jugendamt ein. Um das zu verhindern, gibt es Empfehlungen bei Mietschulden zur Schuldnerberatung und Gespräche mit dem Vermieter. „Bislang konnten wir gerade bei Familien verhindern, dass der Auszug drohte. Die Vermieter lassen mit sich reden. Wenn nicht, bleibt leider nur noch das Obdachlosenheim“, sagt Olaf Döhring. Zehn Betten stehen hier bereit, darum braucht im Winter niemand draußen zu übernachten.

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