Ferkelfabrik Alt Tellin:

Oberster Tierschützer kritisiert Investor scharf

Die Luft aus Europas größter Schweinezuchtanlage zeigte sich mächtig dick, die Worte davor um so klarer: Deutschlands oberster Tierschützer hat bei einem Besuch an der  Ferkelfabrik Alt Tellin den holländischen Investor als Verbrecher tituliert.

Alles klar zum großen Empfang: Schon am Gutshaus Wietzow, wo eine Pressekonferenz mit dem Vorsitzenden des Deutschen Tierschutzbundes stattfand, rückten gestern nachmittag viele Gegner der Alt Telliner Ferkelfabrik mit Plakaten an.
Stefan Hoeft Alles klar zum großen Empfang: Schon am Gutshaus Wietzow, wo eine Pressekonferenz mit dem Vorsitzenden des Deutschen Tierschutzbundes stattfand, rückten gestern nachmittag viele Gegner der Alt Telliner Ferkelfabrik mit Plakaten an.

„Wahrscheinlich ist das eine Täuschung, weil das kann ja eigentlich gar nicht sein“, meint Jörg Kröger von der Bürgerinitiative „Rettet das Landleben am Tollensetal“. Immerhin stinkt es gewaltig nach Schweinestall bei der gestrigen Montagsinspektion der Gegner von Agrarindustrialisierung im Allgemeinen und der Alt Telliner Ferkelfabrik im Speziellen. Modernste Technik solle garantieren, dass hier maximal ein laues Düftchen vom Betrieb kündet, lautete einst die Zusage. Nun aber müffelt es ausgerechnet so stark, als Thomas Schröder auftaucht, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Und mit ihm mehr als 110 weitere Gegner – so viele, wie schon lange nicht mehr.

Gerade auf einer Pressereise durch Mecklenburg-Vorpommern, ist der oberste Tierschützer der Republik vor allem auf Bitten der Landesvorsitzenden Kerstin Lenz aus Demmin ans Tollensetal gekommen, seit Jahren Unterstützerin der BI. Schröder weiß um die Probleme der Ferkelfabrik und ihrer schlimmen Folgen für die Dörfer und Menschen ringsum. Er indes rückt bei einer Pressekonferenz im nahen Gutshaus Wietzow und dann später bei der Montagsinspektion besonders die „Insassen“ des als „Schweine-KZ“ verschrieenen Komplexes ins Rampenlicht. Die nämlich seien einer Haltung ausgesetzt, die zwar den deutschen Bestimmungen Rechnung trägt, aber alles andere als artgerecht sei.

Schröder, Lenz und Kröger fordern die Einführung eines Verbandsklagerechts auch für den Tierschutz – bundes- und landesweit. Hier gehe es keineswegs um die stete Verhinderung von Projekten mittels Klagen, wie von Gegnern ins Feld geführt. Das frühzeitige Einbeziehen der Tierschützer könne sogar helfen, Bauvorhaben von vornherein durch zu bringen statt sie vielleicht mittendrin zu stoppen, meint der Bundesvorsitzende.

Die Telliner Ferkelfabrik allerdings dürfte selbst mit Veränderungen kaum auf Gnade bei ihren Gegnern hoffen: „Unser Ziel ist es, diese Anlage wieder stillzulegen“, stellt BUND-Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag klar. Und kann sich in diesem Kampf nun auch der finanziellen Hilfe des Tierschutzbundes sicher sein, wie dessen Bundesvorsitzender vor Ort zusagt. Er findet klare Worte über Investor Adrian Straathof. Wer so handele und mit seinem Tun den Menschen in der Region schade, sei für ihn ein Verbrecher, urteilt Thomas Schröder.

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