Schulcampus:

Ohne Stahlkorsett wäre die Halle ein Kartenhaus

Was ist so schwer daran, die Demminer Friesenhalle einfach wettkampfgerecht umzubauen? Müssen da nun erst noch wieder Ingenieurbüros viel Geld dran verdienen? Wand weg, anbauen, Wand wieder ran - fertig ist die Laube. Denkste!

Gleich zwei Planungsbüros arbeiten derzeit an Machbarkeitsstudien zum Umbau der Demminer Friesenhalle. Sie soll eine moderne, den Wettkampfnormen entsprechende Sportarena werden. Dabei scheint alles so simpel: Die alte Halle „aufschneiden“, ein Stück dranbauen, fertig.

Wenn das so einfach wäre.

Nein, unsere gute alte Kultur- und Sporthalle am Stadion ist bautechnisch ein ziemlich kniffliger Fall, wie Steffen Teetz dem Nordkurier auf Nachfrage erläutert. Teetz ist selbst Mitinhaber eines Demminer Ingenieurbüros und sitzt zugleich im städtischen Bauausschuss, er sollte es also wissen. Und er sagt: „Die Friesenhalle stützt sich auf Stahlrahmen. Die sind sozusagen das zentrale statische Element. Wenn man die auftrennt, ist die Stabilität im Eimer.“

Und man müsste sie auftrennen. Denn die Halle ist, gemessen an den Wettkampfnormen, um gut zwei Meter zu schmal!

Und um die Breite geht es. Sie zu verlängern wäre kein Thema; bestätigt Ingenieur Teetz: „Einfach neue Rahmen dran, Wand und Deckenelemente dazwischen, fertig, das ist es aber nicht, was wir dort wollen. Denn in der Länge reicht die Friesenhalle locker aus.“

Und daran beißen sich die beauftragten Planer jetzt die Zähne aus. Bis Oktober sollen sie ihre Gutachten fertig haben und dann vorstellen, wie sie sich das vorstellen: Die alte Hülle verbreitern oder einen komplett neuen Trakt quer davor bauen? Teuer wird beides, soviel steht mal fest. Im ersten Fall kämen die statischen Schwierigkeiten dazu: „Man müsste zwischen die Gelenkrahmen ein Stück einsetzen. Dazu muss unter anderem das komplette Dach runter“, erklärt Teetz. Auch einer der seitlich angebauten Funktionstrakte, in denen unter anderem Küche und Umkleidekabinen untergebracht sind, müsste einer Verbreiterung der alten Halle weichen.

Die Machbarkeitsstudien der Planungsbüros sind so etwas wie eine Weichenstellung: Auf Basis der Expertisen wollen die Stadtvertreter entscheiden, welcher Variante sie den Vorzug geben - respektive welche sich die Kommune überhaupt leisten kann. Kosten von summa summarum einer Million Euro stehen wohl in Aussicht.

Favorit scheint der Neubau quer an die alte Halle angedockt. An die stahlgerahmte Statik des DDR-Betonkastens mag eigentlich so recht niemand ran - damit aus der Friesenhalle am Ende nicht noch ein Kartenhaus wird.

 

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung