Logistik:

Peene kaum Konkurrenz für Straße

Trotz guter Öko-Noten und ausgebauter Häfen spielen Binnenschiffe in der regionalen Handelslogistik nur eine untergeordnete Rolle. Immerhin: Ein großes Unternehmen sagt für die Zukunft verstärkt "Peene Ahoi".

Verladen von Raps im Demminer Hafen: Das Unternehmen HaGe Nordland, das die Speicher betreibt, will verstärkt auch auf die Binnenschifffahrt setzen.
Georg Wagner Verladen von Raps im Demminer Hafen: Das Unternehmen HaGe Nordland, das die Speicher betreibt, will verstärkt auch auf die Binnenschifffahrt setzen.

In gut einer Woche wird für Ullrich Krüger wieder das kommen, was er besonders gerne macht. Dann wird der Anklamer Schiffsführer mit seinem Binnenschiff „Dömitz“ die Peene aufwärts fahren, um im Demminer Hafen Dünger zu löschen. Krüger mag die Strecke und er mag die relativ unbekannte Bundeswasserstraße im äußersten Nordosten Deutschlands. Denn sie bietet trotz ihres gewundenen Flusslaufs für ihn viele Vorteile. „Man braucht nicht viel Energie“, verweist er auf das geringe Gefälle, „und die Frachttarife liegen auch noch ganz günstig.“

Vor allem aber hat die Peene aus seiner Sicht für den Schiffsverkehr den gleichen Vorteil wie „Schleichwege“ für Autos: Auf ihr herrscht nicht viel Verkehr. Der Dünger, den er übernächste Woche anlandet, wird dann mittels Lkw weiter ins Land verteilt auf die einzelnen Händler. Rund 20 Lkw macht das bei einer Schiffsladung von 500 Tonnen Dünger. Ist die Peene mit ihren Häfen in Demmin und Jarmen also eine der Hauptschlagadern in der landwirtschaftlichen Logistik? Wohl kaum. Im ersten Halbjahr dieses Jahres legten 13 Schiffe in Demmin an und schlugen rund 8500 Tonnen Fracht um – Dünger, Getreide, Raps. Bis Jahresende könnten es damit vielleicht noch um die 17 000 Tonnen werden. Das ist nicht viel im Vergleich zur Gesamtmenge. So werden nach Angaben des Statistischen Landesamtes allein an Getreide in Mecklenburg-Vorpommern jährlich mehr als drei Millionen Tonnen geerntet.

Dennoch spielt die Peene in den Planungen des Handelsunternehmens HaGe Nordland zunehmend eine Rolle. „Wir nutzen sie gerne, schon weil wird dort unsere Umschlaganlagen haben“, sagt der Neubrandenburger Nordland-Chef Frank Nissen. Zwar hänge das Unternehmen stark am Export, doch gibt es auch Veränderungen in speziellen inländischen Märkten. Weil diverse Ölmühlen stillgelegt wurden, schicke man den Raps jetzt auf Binnenwasserstraßen in Richtung Rhein und Hamburg. „Da ist das Binnenschiff sehr effizient“, beurteilt Frank Nissen den Wasserweg.

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