Umfrage zum Bürgerbus:

Peinlich! Vorpommern antworten nicht

Ein Bürgerbus für das Demminer Land? Ja, sagen die Organisatoren einer Umfrage. Bislang haben aber nur knapp neun Prozent geantwortet - ist den Vorpommern ihre Mobilität egal?

Für die Törpiner gibt es ihn schon, den Bürgerbus, jetzt soll er für das ganze Demminer Land kommen.
Gudrun Herzberg Für die Törpiner gibt es ihn schon, den Bürgerbus, jetzt soll er für das ganze Demminer Land kommen.

Immer mehr ältere Leute kommen nicht mehr in die Stadt, fahren nicht selbst Auto, die öffentlichen Verkehrsmittel sind nicht jeden Tag im Einsatz oder fahren am Tag vielleicht nur einmal in die Stadt - also: Ein Bürgerbus muss her. Wirklich? "Für Einzelne ist so ein Bürgerbus sicherlich eine Hilfe. Aber für die Masse im Territorium sehe ich da so einige Probleme. Wir haben das im Dorf schon diskutiert", meint Ottmar Rapsch aus Sarow.

Der Rentner fährt zwar noch Auto, aber weite Strecken nimmt er auch nicht mehr auf sich. Nach seiner Meinung überaltert das Flächenland, die älteren Leute haben es schwer, zum Arzt oder zum Amt zu kommen. "Da ist so eine Idee sicher nicht schlecht, aber wie will man das koordinieren, wenn der eine zwei bis drei Minuten beim Arzt braucht, um vielleicht nur ein Rezept zu holen und der andere eine ganze Stunde oder noch mehr dort sitzen muss. Das ist sicher sehr schwer in den Griff zu bekommen und jedem Wunsch gerecht zu werden", meint der Rentner. Er könne sich eher vorstellen, dass die Verkehrsgesellschaft die Rufbusse noch mehr anbietet. Seine Frau habe so einen Rufbus für ihre Gruppe zum Kegeln immer gern genutzt.

3850 Fragebögen - nur 337 Antworten

"Wir machen die Auswertung unserer Umfrage zum Bürgerbus auch mit der Verkehrsgesellschaft, also der MVVG (Mecklenburg-Vorpommersche Verkehrsgesellschaft) und weiteren Anbietern des ÖPNV. Denn mit dieser Befragung soll auch herausgefunden werden, wo es noch Bedarf an öffentlichen Verkehrsmitteln gibt", erklärt Hans Schommer, Organisator der Aktion für einen Bürgerbus im Demminer Land.

Noch bis zum 30. Oktober läuft die Befragung, dann beginnt die Auswertung - zunächst in Törpin. Im November werden die Fragebögen zur Universität Rostock gebracht, um die Ergebnisse dort auszuwerten. "Anschließend können wir beraten, wie die Situation auf dem Lande zur Mobilität verbessert werden kann", sagt Schommer. Man hoffe natürlich noch, weitere Bürger für die Aktion zu mobilisieren. Denn bislang haben auf die über 3850 verschickten Fragebögen nur 337 Haushalte geantwortet. "Aber wir sind in dieser Sache noch motiviert und werden schauen, aus welcher Region noch keine Antworten kamen und dort noch einmal Fragebögen verteilen, um ein reales Bild zu erhalten", erklärt der Organisator des Projektes. Er hofft, dass sich die Randbereiche der Hansestadt Demmin ebenfalls an dieser Umfrage beteiligen. Nur so sei das Projekt Bürgerbus auch auf den Weg zu bringen. „Viele ältere Menschen haben Probleme, zum Arzt oder zum Einkaufen in die Stadt zu kommen“, ist Schommer überzeugt.

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