Kreis für Kreuz fehlt:

Tausende Stimmzettel der Landtagswahl sind wertlos

Die Bögen für die Kreuzchen zur Landtagswahl 2016 waren gerade erst ausgeliefert, da musste Kreiswahlleiter Johannes Waeller sie am Dienstag schon wieder zurückrufen. Ein kleiner Kreis sorgt für mächtig viel Wirbel.

Was ist das denn? Eckhardt Tabbert vermisst auf dem Stimmzettel zur Landtagswahl 2016 den Kreis fürs Kreuzchen hinter seinem Namen.
Georg Wagner Was ist das denn? Eckhardt Tabbert vermisst auf dem Stimmzettel zur Landtagswahl 2016 den Kreis fürs Kreuzchen hinter seinem Namen.

Eckhardt Tabbert von der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) traute kaum seinen Augen, als er am Dienstag den Stimmzettel für die Landtagswahl sah. Zwar waren sein Name und seine auf dem Zettel vermerkten persönlichen Daten korrekt wiedergegeben, doch daneben fehlte der Kreis für das Kreuzchen des Wählers. Ausgerechnet der Platz für die Erststimme war bei dem Direktkandidaten der Freien Wähler nicht richtig gekennzeichnet.

Nachdem Kreiswahlleiter Johannes Waeller auf den Fehler hingewiesen wurde, gab er am Dienstag den korrigierten Nachdruck der rund 26.000 Stimmzettel für den Wahlkreis 13 – zu dem neben Demmin auch die Stadt Dargun mit ihren Ortsteilen zählt – in Auftrag. Bis Donnerstag sollen die neuen Zettel vorliegen. "Natürlich ist es ärgerlich", sagte Waeller, "aber wir liegen noch gut im Rennen." Vermutlich habe sich der Fehler auf dem Weg zur Druckfreigabe eingeschlichen. Denn die erste Vorlage habe den Kringel noch enthalten.

Der fehlende Kreis hätte die Wähler ganz schön verunsichern und Tabbert damit wertvolle Stimmen kosten können. Ein Szenario, das an einen Wahlkrimi von 2011 erinnert: Auf dem Weg zum Malchiner Wahlkreisbüro der Linken verschwanden im Jahr 2011 die Wahlunterlagen zweier Landtagskandidaten – des Stavenhageners Peter Ritter und des Demminers Eckhardt Tabbert. Während Ritter damals über einen sicheren Listenplatz trotzdem wieder den Sprung in den Landtag schaffte, waren damit für Tabbert alle Hoffnungen zunichte gemacht. Bis heute ist unklar, wo die Unterlagen geblieben sind. Tabbert war über den Vorfall derart verärgert, dass er der Linkspartei den Rücken kehrte und in Demmin die (UWG) gründete. Nun nimmt der Demminer erneut Anlauf und will für die Freien Wähler in den Landtag.

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