Rauchen auf Balkon:

Rentnerin zetert über Nachbarschaft:„Den Gestank hält kein Mensch aus“

Eine Rentnerin in Demmin fühlt sich von ihrem rauchenden Nachbar belästigt. Dass dieser auf dem Balkon steht und seine Zigarre genießt, wird sie wohl akzeptieren müssen.

Einen wunderschönen Blick hat eine Demminerin von ihrem Balkon in der Breitscheidstraße. Doch kann sie den nicht genießen, weil sie der Nachbar stört. Foto: Kirsten Gehrke
Einen wunderschönen Blick hat eine Demminerin von ihrem Balkon in der Breitscheidstraße. Doch kann sie den nicht genießen, weil sie der Nachbar stört. Foto: Kirsten Gehrke

Der Nachbar raucht gern eine Zigarre, am liebsten auf dem Balkon. Das darf er auch, hat jüngst ein Brandenburger Gericht entschieden und eine Lanze für Raucher gebrochen. (Nordkurier berichtete).

Empfindliche Nachbarn müssen also damit leben, auch in Demmin. Das wird einer Mieterin in der Breitscheidstraße gar nicht schmecken. Sie ärgert sich seit Jahren und sagt, dass sie der „Gestank“ von neben an krank mache.

Eigentlich hat sie sich so auf ihren Balkon gefreut. Seit 51 Jahren wohnt sie in dem Block und bekam 2003 einen Balkon mit einer wunderschönen Aussicht auf St. Bartholomaei. Doch genießen kann sie diesen Blick nicht. Ihre Balkonmöbel verrotten im Keller. „Noch nie konnte ich den Balkon nutzen“, schimpft die Rentnerin. Sie stört sich an der Dunstwolke, die vom Nebenbalkon herüberweht. „Den Gestank hält doch kein Mensch aus.“ Jede Ritze hat die Demminerin schon mit Lappen und Teppich zugestopft, zum Nachbarbalkon steht eine Glaswand und trotzdem ziehe der Geruch zu ihr herüber.

Dicke Aktenordner mit Briefwechseln hat sie inzwischen. Nicht nur, dass sie sich bei ihrem Vermieter beschwerte, wandte sie sich auch schon an den Bürgerbeauftragten Mecklenburg-Vorpommerns, an Landtagsabgeordnete und Bürgermeister, und auch ans Gesundheitsamt.

Doch keiner scheine sie zu verstehen. Die Krönung sei der letzte Besuch beim Bürgerbeauftragten gewesen, der ihr riet, sie solle doch ausziehen, wenn sie sich in der Breitscheidstraße nicht mehr wohlfühle. Das habe das Fass zum Überlaufen gebracht. „Die stecken doch alle unter einer Decke“, wettert die Demminerin wütend. „Ich denk ja nicht dran und ziehe weg.“ Sie wolle stattdessen entschädigt werden, verlange Geld vom Vermieter, weil sie ihren Balkon nicht nutzen kann.

Doch darauf kann die Rentnerin vergebens hoffen. Auch wird der Vermieter gegen ihren Nachbarn nichts unternehmen. Dafür bestehe kein Grund, hieß es.

Anwohner aus den Blöcken können den Ärger der Mieterin indes nicht verstehen. Sie jedenfalls würden sich nicht von dem Nachbarn gestört fühlen. „Man kann sich das Leben auch wirklich schwer machen“, meint eine junge Frau.

 

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