Tierquälerei durch Unterlassung:

Richter steckt Louis-Quäler in den Knast

Abgemagert bis auf die Knochen und fast verdurstet - so wurde im vergangenen Jahr der Bullmastiff-Rüde Louis gefunden. Jetzt stand der Hauptverantwortliche wegen Tierquälerei durch Unterlassung vor Gericht.

So sah Louis aus, als er im Juni vorigen Jahres in Malchin entdeckt wurde.
Kerstin Lenz So sah Louis aus, als er im Juni vorigen Jahres in Malchin entdeckt wurde.

Das Amtsgericht in Demmin hat den zweiten Angeklagten im sogenannten "Louis"-Prozess verurteilt. Dem heute 26-jährigen Mann aus Malchin wurde Tierquälerei durch Unterlassung über einen längeren Zeitraum vorgeworfen.

Der Mann wurde im vergangenen Jahr vom Halter des Bullmastiff-Rüden "Louis" mit der Pflege des Tieres beauftragt, ließ den Hund aber ohne Nahrung und Wasser in einer Wohnung zurück. Als das Veterinäramt und Tierschützer den Hund am 19. Juni 2015 schließlich aus der Wohnung holten, war dieser laut Staatsanwaltschaft bis auf die Knochen abgemagert, stark dehydriert und völlig apathisch.

Mehrfach Reue bekundet

Der mehrfach vorbestrafte Angeklagte, der gegenwärtig wegen eines anderen Delikts eine Haftstrafe verbüßt, räumte in einer von seiner Pflichtverteidigerin verlesenen Erklärung alle Vorwürfe vorbehaltlos ein, gab selbst aber keine weitere Erklärung ab. Ihr gegenüber habe er mehrfach seine Reue bekundet, so die Verteidigerin. Während die Staatsanwältin eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten forderte, plädierte die Verteidigerin auf drei Monate.

Das Urteil des Amtsgerichtes lautet vier Monate Haft ohne Bewährung, ist aber noch nicht rechtskräftig. Zwar verzichtete der Angeklagte darauf, Rechtsmittel einzulegen, doch die Staatsanwaltschaft will sich diese Möglichkeit zunächst noch vorbehalten. In einem ersten Verfahren hatte das Gericht bereits den damaligen Halter des Hundes zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen à zehn Euro verurteilt.

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