Kann eine ganze Straße irren?:

Rote Tonnen bekommen (k)eine Abfuhr

Ärger, Beschimpfungen und teils sogar Pöbeleien musste sich die Müllabfuhr jetzt in Demmin anhören. Denn Tonnen, die nur alle vier Wochen geleert werden blieben am Montag einfach stehen. Und das waren nicht gerade wenige.

Müllnotstand: Zwar wurden am Montag viele Tonnen mit rotem Aufkleber herausgestellt, abgeholt aber nicht. Denn der nächste Termin dafür ist erst der 2. März.
Georg Wagner Müllnotstand: Zwar wurden am Montag viele Tonnen mit rotem Aufkleber herausgestellt, abgeholt aber nicht. Denn der nächste Termin dafür ist erst der 2. März.

Mit dieser „Überraschung“ hatten viele Eigenheimbesitzer in der Demminer Stadtrandsiedlung nicht gerechnet: Das Müllauto war durch am Montag, doch ihre Tonne immer noch voll. Jedenfalls dann, wenn sie einen roten Gebührenaufkleber für die vierwöchentliche Abfuhr hatte. Und nicht nur in der Stadtrandsiedlung sah es so aus. Auch in anderen Eigenheimgebieten standen die „roten“ Tonnen am Straßenrand, im Pensiner Weg beispielsweise oder, vereinzelt, in der Gartenstadt. Nur geleert wurden sie nicht. „Das kann doch nicht sein“, ärgerte sich eine Frau am Lesertelefon. Und sie war ganz offensichtlich nicht die Einzige, die sich über die ausgebliebene Leerung aufregte.

Am Malchiner Standort der Stadtwirtschaft Neubrandenburg, die seit Jahresbeginn für die Müllabfuhr im Bereich Demmin zuständig ist, glühten förmlich die Telefonleitungen. Immer wieder riefen dort empörte Bürger an, teilweise wurden die Mitarbeiter regelrecht beschimpft, und auch die Müllfahrer vor Ort mussten sich immer wieder Pöbeleien anhören. Dabei war das Entsorgungsunternehmen gar nicht schuld am Müllnotstand. Vor Kurzem wurden die neuen Müllgebührenmarken zum Aufkleben an die Haushalte zugestellt. Sie signalisieren den Müllwerkern, welchen Abfuhrrhythmus die Bürger bezahlen und welche Tonne demnach am Abfuhrtag geleert werden muss.

Auch das Amt rätselt

Offenbar gingen nun am Montag viele Bürger davon aus, dass die vier Wochen um seien. Sie habe sich die Termine doch eigens aus dem Abfallratgeber in einen übersichtlichen Kalender herausgeschrieben. „Ich habe sogar noch die kleinen Aufkleber eingeklebt, die es jetzt gibt“, sagte eine junge Frau in der Drönnewitzer Straße. Allerdings rätselte sie auch, woher der Termin stammte. Denn im Abfallratgeber steht der 16. Februar nicht als Abholtag bei vierwöchentlicher Abfuhr.

Der vergangene Termin war der 2. Februar, als nächster ist der 2. März aufgeführt, auch auf der Homepage des Landkreises. Warum aber waren gleich ganze Straßenzüge, noch dazu in verschiedenen Stadtteilen, anderer Ansicht? Der „Domino-Effekt“, die Tonne herauszustellen, weil es auch der Nachbar macht, scheint bei dieser Verteilung unwahrscheinlich. Einen Fehldruck des Abfallratgebers aber hatte es auch nicht gegeben. Er wurde nach Auskunft der Kreisverwaltung nur in einer Auflage gedruckt. Dem entsprechend rätselte auch das Umweltamt, welche Ursache sich wohl hinter dem Termin-Irrtum verbergen könnte. Gelöst wurde das Rätsel nicht, aber die Kreisverwaltung stellte noch einmal klar: Nächster Abfuhrtag für die roten Tonnen ist der 2. März. Bis dahin werden sie nicht geleert.

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