Rechtsstreit:

"Rotspon" darf nicht mehr verkauft werden

Es ist zum Weinen: Ausgerechnet der "Demminer Rotspon", der Verkaufsrenner in der Stadtinfo am Hanseufer, muss aus dem Regal. "Ein Schlag ins Kontor", sagt Stadtkämmerer Ronny Szabo.

Hier lacht Stadtinfo-Chefin Anne Eggert noch, aber eigentlich ist es zum Weinen: Der Demminer Rotspon, einer der großen Souvenir-Hits der Hansestadt, darf vorerst nicht mehr verkauft werden.
Georg Wagner Hier lacht Stadtinfo-Chefin Anne Eggert noch, aber eigentlich ist es zum Weinen: Der Demminer Rotspon, einer der großen Souvenir-Hits der Hansestadt, darf vorerst nicht mehr verkauft werden.

Und dabei hatte alles so gut angefangen. Anne Eggert vom Stadtinformationsbüro zeigte ihr schönstes Lächeln, ach was sie strahlte übers ganze Gesicht, als sie die ersten Flaschen "Demminer Rotspon" präsentieren durfte, das Jahr 2013 war gerade drei Wochen alt: Endlich mal was richtig Feines im Angebot! Ein Etikett aus Zinn mit Hansekogge und Stadtwappen in Feingravur schimmerte edel auf der Dreiviertelliterbuddel. Unterm Korken wartete ein weicher, würziger 2011er Merlot aus Frankreich darauf, zum Wohl Demmins genossen zu werden. Die "pure Freude", versprach das Winzer-Label.

Kaum im Sortiment, avancierte der Rotspon denn auch zum Verkaufsrenner unter den hansestädtischen Souvenirs und Gastgeschenken. Fast 3000 Flaschen sollen bisher am Hanseufer über den Ladentisch gegangen sein. Und nun das: der Rotspon muss aus dem Regal. Vorerst kein Verkauf mehr, keine einzige Flasche. Nicht mal die bereits georderte und bezahlte Lieferung darf noch im Handel bleiben.

Der Grund: ein Rechtsstreit. Laut Mitteilung auf der offiziellen Demminer Internet-Seite liegen sich die Anwählte der Hansestadt Rostock und der Hanseatischen Kolonialwaren Gesellschaft in den Haaren. Man bedauere das sehr und bitte um Verstädnnis, dass bis zur endgültigen Klärung des Streits kein "Demminer Rotspon" mehr in der Stadtinformation zum Kauf angebioten werden könne, schreibt Bürgermeister Michael Koch auf der Website. "Für uns ist das natürlich ein Schlag ins Kontor", sagt auch Rathaus-Kämmerer Ronny Szabo.