Vor drei Jahre wurden drei Demminerinen entlassen:

Schleckerfrauen halten immer noch zusammen

Als die Schlecker-Pleite kam, versprach die Politik den Frauen viel. Doch es waren oft nur leere Worte. Die Demminer Damen bleiben aber immer noch in Kontakt, gerade vor Weihnachten.

Eveline Schröder, Marion Kräft und Elke Muhl treffen sich regelmäßig und halten Kontakt zueinander. Sie sind die Schleckerfrauen aus Demmin.
Gudrun Herzberg Eveline Schröder, Marion Kräft und Elke Muhl treffen sich regelmäßig und halten Kontakt zueinander. Sie sind die Schleckerfrauen aus Demmin.

Der Kaffeetisch ist gedeckt, die Kerzen brennen, es ist eine gemütliche Runde bei Eveline Schröder in Pensin. Marion Kräft und Elke Muhl sind zu Besuch in den kleinen Ort nahe Demmin gekommen. Der Nachmittag gehört den drei Frauen.

Immer noch verbindet sie eines: Sie alle haben bei Schlecker gearbeitet. Das ist nun schon drei Jahre her. „Damals kam das Aus für uns, wir saßen plötzlich auf der Straße“, sagt die Leiterin der letzten Schlecker-Filiale in Demmin, Eveline Schröder. Sie kann gar nicht mehr genau sagen, wie viele Bewerbungen sie danach geschrieben hat. Alle drei Frauen sind über 50, da ist es schwer, in der Region wieder Arbeit zu finden.

Eveline Schröder hat vor einem Jahr noch einmal ganz neu angefangen. Sie hat sich wieder auf die Schulbank gesetzt und macht jetzt eine Ausbildung zur Pflegefachkraft. „Ich bin im zweiten Ausbildungsjahr und werde 2016 fertig“, sagt die 55-Jährige. Zu Hause sitzen wollte sie nicht. Es sei jetzt etwas ganz Neues, aber sie habe wieder mit Leuten zu tun. „Die eine oder andere ältere Dame, die ich jetzt betreue, hatte ich früher als Kundin im Schleckermarkt“, sagt die Pensinerin und lacht. Sie wollte nicht mehr im Verkauf arbeiten, das habe sie 21 Jahre bei Schlecker gemacht.

Marion Kräft hingegen steht wieder im Laden – im Demminer Zick-Zack-Kaufhaus. Zwar nur stundenweise, aber sie hat wieder Arbeit. „Ich bin gern unter Leuten und habe viel Spaß am Verkaufen“, sagt die 54-Jährige. Viele in Demmin würden sie noch aus dem Drogeriemarkt kennen und dann im Laden ansprechen. „Viele fragen dann auch, wie es uns geht. Das ist schon schön, dass man Anteil nimmt und sich immer noch an uns, die Schleckerfrauen erinnert“, meint sie.

Elke Muhl, die Dritte im Bunde ist arbeitslos, hat noch nichts gefunden. Sie freut sich darum immer, wenn sich die anderen beiden bei ihr melden. „Wir treffen uns zu den Geburtstagen, zwischendurch auch einmal, telefonieren und vor Weihnachten der Kaffeeklatsch das muss einfach sein“, meint sie. Man habe immer Gesprächsstoff und man kommt auch auf die Zeit zu sprechen, als sie alle drei noch in der Schlecker-Filiale gearbeitet haben. „Aber die Gewerkschaft hat uns hängengelassen, es wurden nur leere Versprechungen gemacht, darum treten wir jetzt auch aus der Gewerkschaft aus“, sagt die 57-Jährige. Man hatte nach der Insolvenz von Schlecker eine Auffanggesellschaft versprochen, aber nichts von dem wurde eingehalten. „Das war alles nur heiße Luft“, sagt Elke Muhl. Aber alle drei freuen sich darüber, noch immer in Kontakt zu sein und das soll auch weiterhin so bleiben.

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