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Schleichweg statt B 194 - Trägt diese Brücke das?

Die Demminer haben sich die Öffnung der geplanten Großbaustelle regelrecht erkämpft: Die Vollsperrung der B 194 ist vom Tisch. Über selbigen fühlen sich nun die Sanzkower gezogen. Denn das Dorf droht zur heimlichen Umleitung zu werden.

Noch kommt hier alle halbe Stunde ein Auto vorbei. Ist die B 194 in Demmin erst Baustelle, wird sich das ganz schnell ändern.
Thoralf Plath Noch kommt hier alle halbe Stunde ein Auto vorbei. Ist die B 194 in Demmin erst Baustelle, wird sich das ganz schnell ändern.

Wat den eenen sin Uhl, is den Annern sin Nachtigall, sagt man ja so schön auf Platt. So könnte es nun auch für die Leute in Sanzkow kommen: Die Demminer haben sich, wohl vor allem durch ihren geballten Aufstand, die geplante zweijährige Vollsperrung der B 194 während der im kommenden Frühjahr beginnenden Bauphase vom Leib gehalten. Dafür guckt nun Sanzkow in die Röhre. Denn trotz der nun vorgesehenen Ampelregelung auf der Großbaustelle wird ihre kleine Dorfstraße schnell zur heimlichen Umleitung für täglich Hunderte Fahrzeuge werden – Ampel heißt Wartezeit heißt Stau. Darum dürften die ortskundigen Autofahrer den Bogen schnell heraus haben via Sanzkows Tollensebrücke.

Dagegen machen kann die Gemeinde wenig, die Straße ist öffentlich. Doch bislang hatte sich Bürgermeisterin Bärbel Westphal darauf verlassen, dass das Straßenbauamt dem Dorf dafür anschließend die Fahrbahn wieder in Ordnung bringt – auf eigene Kosten. Das freilich galt nur für den Fall der Vollsperrung. Und die ist ja nun vom Tisch. „Darüber müssen wir noch mal reden“, forderte die Gemeindechefin in Richtung von Straßenbauamtschef Ronald Normann. Schließlich hatte der, im voll besetzten Rathaussaal, gerade noch die Strecke über Sanzkow, Eugenienberg und die B 110 als ortsnahe Umleitung der Demminer Baustelle vorgestellt. 21 Kilometer, 18 Minuten Fahrzeit, zumutbar. Fand Normann.

Weitere Gespräche mit Anwohnern geplant

Die Demminer fanden es trotzdem besser, die Vollsperrung loszuwerden, doch damit war nun auch Güstrows Kostenübernahme der Sanzkow-Umleitung gestorben. In diesem Punkt ließ Normann sich auch nicht umstimmen – zumindest während der Debatte im Rathaus nicht. Das dürfte auch finanzielle Gründe haben. Die nun eingeräumte Öffnung der B-194-Baustelle zumindest für Pkw, Schülerbusse und die Rettungswagen des Krankenhauses dürfte die Gesamtbauzeit verlängern – und das Projekt möglicherweise sogar verteuern.

Doch vorerst bleibt alles Entwurfsplanung. In vielen Details gibt es nach wie vor Klärungsbedarf, das zeigte die Debatte mit den Einwohnern deutlich. Offenbar haben die Demminer das Güstrower Straßenbauamt mit ihrem lauten Protest ziemlich beeindruckt, denn geplant waren diese öffentlichen Einwohnerversammlungen, auf denen das Projekt dann auch öffentlich vorgestellt werden sollte, erst Anfang des neuen Jahres. Geben soll es diese Informationsveranstaltungen trotzdem noch, voraussichtlich im Februar. Da dürften dann wohl auch etliche Sanzkower unter den Gästen sein.

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