Ein Dorf streitet:

Schrottpflaster oder Autobahn? Das ist hier die Frage

Klar, der Knüppeldamm von Utzedel nach Leistenow muss weg. Da sind sich die Anwohner einig. Doch die Frage des Straßenbelages bricht im denkmalgeschützten Dorf eine hitzige Debatte los.

Bis zur Abfahrt zum Gutshaus ist die Straße in Leistenow noch Kreisstraße. Die soll bald gemacht werden. Soll nun auch Asphalt ins denkmalgeschützte Dorf?
Kirsten Gehrke Bis zur Abfahrt zum Gutshaus ist die Straße in Leistenow noch Kreisstraße. Die soll bald gemacht werden. Soll nun auch Asphalt ins denkmalgeschützte Dorf?

Es war eine schwere Geburt. Und eine hitzige. Doch endlich soll die Kreisstraße von Utzedel nach Leistenow gebaut werden. 5,50 Meter breit – mit Asphalt. Darauf warten die Leistenower seit Jahren. Nächstes Jahr soll es soweit sein. Doch der Knüppeldamm endet mitten im denkmalgeschützten Dorf. Und Asphalt hier – das liegt Bürgermeisterin Gisela Schönbeck schwer im Magen. „Ich kann mir Leistenow nicht vorstellen mit einer Teerstraße“, sagt sie.

Sie würde es lieber sehen, wenn der Kreis den Abschnitt vom Ortsschild bis zur Einfahrt zum Park wieder pflastern würde. „Ohne Pflaster sieht Leistenow komisch aus“, findet sie. Im Zuge der Bauarbeiten könnte die Gemeinde zudem einen Gehweg im Ort mitbauen lassen kann. Den müssten die Anlieger jedoch mitfinanzieren.

Beides löste in der jüngsten Gemeindevertretersitzung eine heftige Debatte unter den Abgeordneten aus. Das könne man nicht über die Köpfe der Bürger hinweg entscheiden, meinte Wolfgang Neumann. Was die Fahrbahn betrifft, da hätte er lieber eine Asphaltstraße. Auch Torsten Beyer würde diese vorziehen. In Utzedel wurde die Kreisstraße durch den Ort schon vor ein paar Jahren neu gebaut und die sei schön. „Kopfsteinpflaster ist doch Schrott“, so Beyer. Denn auch neues Pflaster werde wieder kaputt gefahren.

Die Straße soweit wie möglich mit Asphalt zu bauen, das forderte auch Thomas Beckmeyer. Er aber findet einen Gehweg wichtig. Er würde sein Kind jedenfalls nicht gern im Dunkeln auf der Straße zur Bushaltestelle laufen lassen. Peter-Christian von Loeper wiederum will das Pflaster behalten. Man sollte sich überlegen, ob man eine „Autobahn“ durch den Ort bauen wolle. Dann werde nämlich gerast. Eine glatte Straße wäre jedenfalls leiser, stimmte Jens Duwe ein. „Selbst bei dem schlechten Knüppeldamm ballern sie lang, als ob es Asphalt wäre.“ 

Frank Barke glaubte jedoch, dass das Thema Pflaster ohnehin bei der Planung eine Rolle spielen wird. Denn auch der Kreis müsse sich daran halten, was der Denkmalschutz sagt. Lange diskutierten die Utzedeler so weiter. Und die Meinungen drifteten immer wieder auseinander. Doch der Kreis wartet auf die Zuarbeit der Gemeinde. Schließlich ließ Gisela Schönbeck abstimmen. Sechs Abgeordnete sprachen sich für Pflaster aus, einen Gehweg wollten sogar sieben.

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