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Sehnsucht und Trost in leuchtender Farbe dargestellt

VonGudrun HerzbergMalereien von Porträts und figürlichen Darstellungen sind zu Pfingsten im kleinen Dorf Glendelin zu sehen. Die Expressionistin Irene Herre ...

Irene Herre in ihrem Atelier in Glendelin. Seit 2007 wohnt die Berlinerin in dem kleinen Dorf bei Demmin. Zu Pfingsten erwartet sie ihre Besucher.  FOTO: Gudrun Herzberg

VonGudrun Herzberg

Malereien von Porträts und figürlichen Darstellungen sind zu Pfingsten im kleinen Dorf Glendelin zu sehen. Die Expressionistin Irene Herre öffnet ihr Atelier zu Kunst:offen.

Glendelin.Idyllisch, nahe dem Teich von Glendelin, umgeben von Blumen und Bäumen, steht das Atelier von Irene Herre. Den Besucher empfängt eine besondere Atmosphäre von Wärme und viel Farbe. Der Blick fällt sofort auf ein großes Bild mit roter Farbe, daneben stehen Landschaftsbilder. Leuchtende Farben wirken auf den Betrachter. „Ich will die Landschaften nicht darstellen. Es sind auch keine bestimmten Landschaften, sondern Stimmungen werden in den Bildern geweckt“, sagt die Künstlerin. Ihre kleine Ausstellung könnte auch den Untertitel „Melancholie“ tragen. Ein Begriff, der in unserer Spaßgesellschaft zumeist weggedacht werden soll. „Melancholie macht die Seele weit, sie ist voller Sehnsucht und Trost, sie macht sensibel und empathisch. So möchte ich mit meinen Bilder nicht auf das Äußere, sondern auf das Innere lenken“, erklärt die Glendelinerin.
Sich auf ihre Kunst einlassen, das dürfen Besucher an diesem Pfingstwochenende in Glendelin. Zum dritten Mal ist Irene Herre bei der Aktion Kunst:offen dabei. „Im vergangenen Jahr war die Resonanz sehr groß, 100 Leute kamen in mein Atelier“, erzählt sie und freut sich auch in diesem Jahr wieder auf interessante Gespräche mit ihren Besuchern. Sogar aus Rostock waren sie 2012 nach Glendelin angereist. Zu sehen sind im Atelier aber nicht nur Porträts und Landschaftsbilder, sondern auch Literatur-Malerei gehört dazu. So hat Irene Herre beispielsweise in der Wendezeit Bilder zu Erzählungen von Franz Kafka gemalt. In einem der Bilder zum Titel „Die Strafkolonie“ geht es um einen Menschen, der von Maschinen zermalmt wird. „Franz Kafka hat das Unfassbare in Worte gefasst, ich habe versucht, dieses auf die Leinwand zu bringen“, sagt Irene Herre. Zu dieser Zeit lebte sie noch in Ostberlin. Sie studierte dort Germanistik und Kunsterziehung, machte ein Abendstudium der Malerei und beschäftigte sich an der Hochschule für Musik mit Malerei und Musik. Wenn sie malt, legt sie sich die passende Musik dazu auf. „Dazu gehört aber auch immer ein innerer Impuls“, meint sie. Ihre Kenntnisse der Malerei gibt sie gern in Malkursen weiter. „Die Teilnehmer sind aus allen Altersklassen. Sie kommen, um Neues auszuprobieren“, sagt Irene Herre. Ihr Atelier ist zu Pfingsten jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Kontakt zur Autorin
g.herzberg@nordkurier.de