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Sekundenschlag entscheidet über den Sieg

Von KirstenGehrkeBeinhart sind die Drönnewitzer geblieben. Doch auch die Peenenixen waren wieder da beim Kutterrudern zum Peenefest. Nur gegen ...

Sie sind wieder da, die Beinharten aus Drönnewitz, und schnell waren sie auch. Doch am Ende fehlte ihnen eine Sekunde für den Sieg. Steuermann Wolfgang Bülow nahm es sportlich. Im nächsten Jahr aber will wieder Beinhart gewinnen. [KT_CREDIT] FOTOs: Kirsten Gehrke

Von KirstenGehrke

Beinhart sind die Drönnewitzer geblieben. Doch auch die Peenenixen waren wieder da beim Kutterrudern zum Peenefest. Nur gegen energiegeladene Wasserbüffel zogen beide Teams den Kürzeren.

Demmin.Wenige Minuten vor dem Start hatte Steuerfrau Edda Beese doch ein wenig Muffensausen. „Ich weiß gar nicht, wie wir da hinten rumkommen wollen an der Boje“, meinte sie und schaute skeptisch. Denn die Wendemarke war diesmal nicht wie sonst in der Mitte. Doch die Demminer „Peenenixen“ stiegen trotzdem ins Boot. „Schließlich entwickeln Frauen ja Ehrgeiz.“ Aber wirklich eine Sieg-Chance beim Kutterrudern zum Peenefest hatten die Damen der Stadtverwaltung nicht. „Dafür sind die Bedingungen zu schwierig“, meinte Edda Beese trotzdem gut gelaunt. „Wir haben gar nicht so viel Kraft und uns fehlen die langen Arme.“
Schon beim Greifen der dicken Ruder kam nicht jede mit den Händen rum. „Aber wir wollten noch mal angreifen. Wir machen es ja aus Spaß an der Freude.“ Ein Jahr hatten sie Pause gemacht. Jetzt kamen sie wieder.
An Startposition zwei mussten die „Peenenixen“ ins Wasser. Und weil Frauen praktisch denken und es von oben schon nass genug war, brachten sie sich lila Kissen aus Auslegeware, geschnitten passend zu ihren lila T-Shirts mit, damit sie nicht auch noch ein nasses Hinterteil bekamen. Die nachfolgenden Teams profitierten dann davon. Nach 4:53 Minuten über die rund 1000 Meter lange Strecke kamen die Damen ins Ziel und belegten damit Platz 6. Am Ende fehlte die Kraft, um schneller zu sein. Aber dafür staunten die anderen Teams nicht schlecht, wie gleichmäßig die „Peenenixen“ ruderten. Edda Beese hatte ihr Team auch vorher eingeschworen. „Wir lassen uns nicht aus der Ruhe bringen, winken nicht, ihr hört nur auf mein Kommando“, sagte sie zu den „Mädels“.
Eine Zeit vorgeben mussten allerdings die „Feuerwehrpiraten“. Die spielten auf Glück, setzten sich ins Boot und los ging es, ohne vorher geübt zu haben. „Wir haben gar keine Zeit gehabt“, gab Steuermann Gerry Stegink zu. So konnte es nur ein kalter Start werden und das sah auch so aus. Es dauerte, bis die Männer den Rhythmus fanden und waren im Ziel auch ziemlich geschafft.
„Wir wollten auch den Rathausrecken mal den Vortritt lassen“, scherzte Stegink. Nächstes Jahr will er das Steuer an Stefan Margenfeld abgeben, den neuen Chef des Feuerwehrvereins. „Da müssen wir aber vorher üben.“ Mal keinen Pokal zu holen, sei nicht schlimm. Ihre 4:35 Minuten reichten aber immerhin für den vierten Platz.
Den haben die Neunt- und Zehntklässler des Evangelischen Schulzentrums knapp verpasst. Mit Sportlehrer Andreas Niebuhr am Steuer vertraten sie als einzige eine Schule und erhielten dafür besonderen Applaus. In den Anfängen des Peenefestes waren noch mehr Schulteams am Start. Die Mädchen und Jungen hatten ihren Spaß und ließen sich nicht lumpen. Sie absolvierten die Strecke in 4:50 Minuten, das war Rang fünf.
Besonders heiß auf den Siegerpokal waren Wolfgang Bülow und sein Team „Beinhart Drönnewitz“. Im Vorjahr waren sie nicht dabei, die jahrelang das Rennen bestimmt hatten. Startplatz fünf kam Bülow gerade recht. So beobachtete er die Konkurrenz ganz genau und stoppte bei den anderen mit. Er blieb gelassen. Als die „Rathausrecken“ um Steuermann Roman Gau eine Zeit von 4:22 Minuten vorlegten, machte ihn das nicht nervös. „Die waren ganz schön schnell“, gab er zu. Aber er wusste, was auch sein Team kann, schließlich gab es kein Training ohne Stoppuhr. „Beinhart“ hatte dann auch die lautesten Fans an beiden Uferseiten.
Der Countdown konnte beginnen. Respektvoll schaute Bülow aber auch auf den Vorjahressieger, die „Wasserbüffel“ der E.ON edis, die noch nach ihnen starteten. „Die können sich einen ganz anderen Trainer leisten, bei den Stromrechnungen“, scherzte er. Aber die Beinharten legten los, Bülow gab dem Team Feuer, und als es ins Ziel kam, tanzte der Steuermann und strahlte über beide Ohren. Unter vier Minuten blieben die Drönnewitzer.
Doch die „Wasserbüffel“ kamen ja noch. Die machten es besonders spannend, legten einen Fehlstart hin und mussten erneut an die Startlinie. Dann aber verschlug es Bülow die Sprache. „Die gewinnen“, meinte er anerkennend. „So wie die durchziehen und sich vorbeugen.“ Eine Sekunde waren sie tatsächlich schneller, holten sich mit 3:56 Minuten zum dritten Mal in Folge den Sieg. Das Team um Steuermann Marco Utech darf nun den Wanderpokal behalten, obendrauf gab es einen Kasten Bier. Hunderte Demminer verfolgten an der Kaikante das Kutterrudern anno
2013.

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k.gehrke@nordkurier.de